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Der Prignitzer

18. Dezember 2017 | 07:55 Uhr

Dörfer mit Zukunft im Wettstreit

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Mit Lindenberg und Halenbeck-Rohlsdorf gehen zwei Prignitzer Dörfer in den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“

von
erstellt am 23.Sep.2014 | 23:14 Uhr

Dörfer mit Zukunft sind wieder einmal im gleichnamigen Landes- und später auch Bundeswettbewerb gesucht. In Brandenburg findet der Wettstreit zum neunten Mal statt, in der Bundesrepublik bereits zum 25. Mal.

Mit Lindenberg (Gemeinde Groß Pankow) und Halenbeck-Rohlsdorf (Amt Meyenburg) schicken sich zwei aussichtsreiche Prignitzer Ortschaften an, in das Rennen um eine möglichst gute Platzierung einzusteigen. Gestern präsentierten sich die Dörfer. Oft war es in der Vergangenheit so, dass sich teilnehmende Orte erst mit der eigenen Präsentation vor Augen führten, was sie eigentlich alles erreicht und vorzuweisen haben. „Der Wettbewerb bietet dafür eine wirklich gute Gelegenheit. Und nicht nur dafür, sondern auch um zu zeigen, wie die Menschen in diesen Dörfern in der Zukunft leben möchten“, sagt Kerstin Meyer, die als zuständige Sachbearbeiterin in der Kreisverwaltung den Zukunftswettbwerb seit Jahren betreut.

Die Zahl der Bewerber, so Kerstin Meyer, sei leider rückläufig. „Schade, denn es gibt schon viele tolle Dörfer“, machte sie gestern am Rande des Dorfrundgangs in Lindenberg deutlich. Eine wesentliche Ursache, meint sie, sei in den starren Kriterien des Bundeswettbewerbes zu suchen, der sich chronologisch an den Kreis- und den Landeswettbewerb anschließt. Sie seien zu wenig an die tatsächlichen Ausgangssituationen angepasst. „Vielleicht müssen wir aber auch selbst aktiver darauf hin wirken, dass sich mehr Orte zutrauen mitzumachen.“

Auf jeden Fall können sich die, die sich dieses Jahr trauen, sehen lassen – nicht nur optisch. Beeindruckend war das von Ortsvorsteher Rainer Knurbien in Lindenberg vorgetragene Resümee. Er präsentierte eine facettenreiche und vor allem überaus lebendige Dorfgemeinschaft. Mit aktuell 234 Einwohnern sind die Lindenberger alljährlich Gastgeber allein für die rund 6000 bis 8000 Besucher, die hier bei ihren Ausflügen mit der Prignitzer Kleinbahn „Pollo“ Station machen. Mit dem Pollo-Verein, den Lindenberger Frühlingskonzerten – in fünf Jahren gab es mehr als 30 Veranstaltungen – und dem hier ansässigen Marion-Etten-Theater gibt es Zugpferde, die nicht nur aufs eigene Dorfleben, sondern weit über die Gemeindegrenzen ausstrahlen.

Lindenberg aber darauf zu reduzieren, wäre zu wenig, wie Rainer Knurbien der Bewertungskommission und den Gästen gestern klarmachte. Es gibt einen regen Sportverein, dessen Aushängeschild der Volleyball ist, Chor, Romméverein, die FFw, die jüngst mit ihren Feierlichkeiten zum 100. Gründungstag Aufschwung erfuhr, eine Dorfgaststätte mit Saalbetrieb und mit Schachtis Einkaufseck sogar einen „Dorfkonsum“. Obgleich Lindenberg keine Regelschule mehr hat, sind Sporthalle und Schulgebäude mit Leben erfüllt. Der Verein Pro Connections e. V. betreibt hier erfolgreich in Kooperation mit dem Landkreis und dem Staatlichen Schulamt ein Schulverweigerer-Projekt. Man versuche die Jugendlichen, wenn es sich anbietet, ins dörfliche Leben zu integrieren, berichtet die Pädagogin Kathrin Maaß. „Wir sind stolz, dass so viel Leben in unserem Dorf ist“, fasst Rainer Knurbien zusammen und stellt zugleich die Frage, ob das auch in fünf oder zehn Jahren so sein wird. „Wenn wir uns bewegen, haben wir eine Chance – entgegen aller negativen Prognosen und Studien zu unserer dünn besiedelten Region“, spricht Knurbien nicht nur seinem Heimatort aus dem Herzen.

In den zurückliegenden Jahren konnten sich übrigens Prignitzer Dörfer mit Bendelin, Lanz und Cumlosen im Wettbewerb auf Landes- und Bundesebene sehr gut platzieren.


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