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eichenprozessionsspinner : „Dipel ES schadet Menschen nicht“

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Gesundheitsamt sieht keine Gefährdung bei Einsatz gegen Eichenprozessionsspinner. Die Brennhaare der Raupen sind deutlich gefährlicher

von
erstellt am 29.Apr.2014 | 21:15 Uhr

Mit zwei Hubschraubern gleichzeitig wurde gestern die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners fortgesetzt. Während des Einsatzes im Stadtgebiet Wittenberge kamen vereinzelt Menschen in Kontakt mit dem versprühten Biozid Dipel ES, berichteten sie besorgt unserer Redaktion. Das Gesundheitsamt des Kreises entwarnt aber: „Im Land Brandenburg ist bislang kein Fall einer gesundheitlichen Beeinträchtigung des Menschen durch Kontakt mit Dipel ES bekannt“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die Gefährdung durch den Kontakt mit den Brennhaaren der Raupe werde deutlich höher eingeschätzt, als mit dem chemischen Mittel. Dennoch rät das Amt, vorsichtshalber einen direkten Kontakt mit dem Mittel zu vermeiden. So sollte während einer Befliegung ein Abstand von 50 Metern zum Einsatzfahrzeug gewahrt werden. In bewohnten Gebieten wird empfohlen, während des Einsatzes einen Aufenthalt im Freien zu vermeiden.

Deutlich gefährlicher kann der Kontakt mit den Haaren der Raupe sein. Ihre Brennhaare enthalten ein Nesselgift, das durch Haut- oder Atemwegskontakt (Berührung oder Einatmen) für den Menschen sehr unangenehm werden kann. Möglich seien Hautekzeme oder stärkere allergische Reaktionen (Nesselsucht), behandlungspflichtige Bindehautentzündungen, Atemprobleme und bei entsprechender Vorbelastung auch Asthmaanfälle oder im Extremfall ein allergischer Schock, informiert das Gesundheitsamt. Zwar sei bisher in Brandenburg kein Todesfall bekannt, aber „bei entsprechender Vorbelastung ist ein solcher Ausgang aus medizinischer Sicht nicht gänzlich auszuschließen“, heißt es in der Mitteilung.

In den vergangenen Jahren haben vermehrt Prignitzer über Probleme geklagt. Die Zahl der Arztbesuche stieg, Krankschreibungen nahmen zu und in Einzelfällen waren Behandlungen im Krankenhaus notwendig geworden.

Das Gesundheitsamt rät, möglichst den Kontakt mit den Raupen zu vermeiden, befallene Kleidung schnell zu wechseln, duschen und bei gesundheitlichen Beschwerden einen Arzt zu konsultieren. Besonders achtsam sollten spielende Kinder unter befallenen Eichen, Besucher von Freizeitanlagen mit Eichenbaumbeständen und Besitzer von Eichen in Gartenanlagen sein.

Fragen können direkt an das Gesundheitsamt des Kreises gerichtet werden, Tel. 03876/713 504.



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