Wittenberge : Digitale Generation liebt Papierzeitung

Die Leseecke im Marie-Curie-Gymnasium bleibt ein weiteres Jahr / Wohnungsgenossenschaft will regionale Identifikation stärken

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19. März 2019, 05:58 Uhr

Jetzt, wenn es draußen regnet, das Wetter ungemütlich ist und der Gang auf den Pausenhof wirklich keinen Spaß macht, dann lesen einige Schüler des Marie-Curie-Gymnasiums in Wittenberge besonders gerne in der Leseecke im Haus II den „Prignitzer“. Das erzählen Klara (13), Melissa (13) und Hermine (14). Sie alle besuchen die Klasse 8.1. Sie alle interessieren sich für unterschiedliche Themen, die sie aber alle in der Zeitung wiederfinden. Klara ließt gerne „Klatsch und Tratsch“, Melissa interessiert sich für Politik. Sie alle finden aber vor allem die lokalen Themen interessant, sagen die Jugendlichen unisono. Ein jüngstes Ereignis, dass ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist, sei der SEK-Einsatz am Wittenberger Stern, der sich Ende Januar ereignete.

Obwohl sie alle drei der digitalen Generation entstammen, mögen sie die beiden Print-Ausgaben, die täglich von der Wohnungsbaugesellschaft Wittenberge gesponsert, in der Leseecke ausliegen. „Es ist ein viel schöneres Gefühl die Zeitung in Papierform in der Hand zu halten, gleichzeitig hat man den Papiergeruch in der Nase“, erzählt Hermine. Ihre Mitschülerinnen stimmen ihr zu. Zuhause würden sie nur gelegentlich einen Blick in die Zeitung werfen. „Ab und an bei meinen Großeltern“, so Melissa. Doch in der Zeitungsecke der Schule ist es anders. Nicht nur bei schlechtem Wetter. Die Schüler werfen auch einen Blick in den „Prignitzer“, wenn sie vor dem Musikraum stehen und warten, dass der Lehrer aufschließt. „Dann setzen wir uns regelmäßig in die Ecke, die genau gegenüber des Unterrichtsraumes platziert ist“, erzählt Klara.

Torsten Diehn, Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft, die die Zeitungsecke seit einem Jahr zur Verfügung stellt und nun verlängert hat, freut sich über das Interesse der Schüler. „Wir wollen Schüler an lokale Politik und die lokale Presse heranführen, weil wir wissen wie wichtig beides ist“. Auch weil nicht alle Schüler zuhause die Möglichkeiten haben den „Prignitzer“ zu lesen, wolle er allen interessierten die Möglichkeit dazu geben. Dadurch könnten die Schüler sich mit der Region identifizieren und werden möglicherweise auch motiviert, ihre Zukunft in der Prignitz zu gestalten.

Insgesamt gibt es zehn ‚Prignitzer“-Zeitungsecken in Wittenberge, Perleberg und Karstädt. Sie stehen in Grundschulen, weiterführenden Schulen und diakonischen Einrichtungen sowie in der Schule für Gesundheitsberufe des Kreiskrankenhauses.

Paul Grotenburg

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