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Dieselpreise: Speditionen schlagen jetzt Alarm

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erstellt am 17.Apr.2012 | 08:17 Uhr

Potsdam | Das Verkehrsgewerbe in Berlin und Brandenburg setzt kaum Hoffnung in den Staat, die ständig steigenden Spritpreisen an den Tankstellen dauerhaft zu begrenzen. "Selbst wenn der Gesetzgeber die Preisaufschläge in einem langwierigen Prozess dämpft, könnte es für viele Transportunternehmen schon zu spät sein", sagte die Präsidentin des Landesverbandes des Berliner- und Brandenburger Verkehrsgewerbes, Ramona Sabelus.

Das Mineralöl- und Dieselgeschäft laufe weltweit, am Preistrend sei ohnehin nichts zu ändern. Nur die Schwankungen könnten gemildert werden, sagte die Verbandschefin. In Deutschland bilde die Besteuerung ein Ansatzpunkt. So werde ein Liter Dieselkraftstoff mit 90 Prozent Mineral- und Energiesteuern belegt. Der Verband vertritt nach Angaben von Sabelus etwa 400 der 500 Unternehmen der Branche mit etwa 5000 Mitarbeitern in beiden Ländern.

Sie appellierte an die Firmen der Branche, den Transportpreis der Auftraggeber nicht in jedem Fall zu akzeptieren. Gestiegene Kosten müssten im Markt weitergegeben werden - "umso schneller ist die Misere behoben". Sabelus: "Kostendeckende Preise kann nur der erwarten, der auch bereit ist, notfalls den Lkw stehen zu lassen." Für angebotene Leistungen müssten reelle Preise eingefordert werden. "Es gibt noch zu viele, die nicht rechnen wollen."

Seit Dezember 2011 seien die Preise für Lkw-Diesel um etwa ein Fünftel gestiegen, berichtete die Verbandspräsidentin. Bei den Kosten schlugen bislang die Ausgaben für Sprit mit 30 Prozent zu Buche, derzeit seien es schon 36 Prozent. "Bislang konnten die höheren Aufwendungen nicht an die Kunden weitergegeben werden", sagte Sabelus. Verträge würden meist längerfristig abgeschlossen. In Kürze müssten aber die Forderungen an die Kunden erhöht werden.

Die Transportunternehmen selbst nutzten viele Möglichkeiten zur Dämpfung der Kosten - vom Training für kraftstoffsparendes Fahren bis zur genauen Beobachtung des Treibstoffmarktes über das Internet, um günstige Tankstellen zu finden. "Doch allzu weite Umwege lohnen sich nicht und der Abstecher nach Polen, um dort billiger den Tank zu füllen, macht sich nicht bezahlt."

Die einzige echte Alternative sieht Sabelus in den umstrittenen "Gigalinern", superlangen Lastwagen. Auf der von ihrem Unternehmen häufig befahrenen Strecke könnte dadurch ein halber Lkw eingespart werden. "Ich hoffe auf eine positive Bewertung des derzeit laufenden Testversuchs."

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