Diese Messe macht Lust aufs Heiraten

<strong>Auch unter dem</strong> Brautkleid darf es schick sein.
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Auch unter dem Brautkleid darf es schick sein.

svz.de von
13. Januar 2013, 07:14 Uhr

Wittenberge | Creme schmeichelt der Braut mehr und hat die Farbe Weiß beim Brautkleid längst vom Spitzenplatz verdrängt. Überhaupt ist die Brautmode wandelbarer, als man vermuten würde. Kurze Kleider in verschiedenen Längen sind angesagt, Capes ebenfalls und "Blüten, Blüten, Blüten", moderiert Gudrun Wöllner von der Stendaler Boutique Cara Woman ihre Kollektion an.

Bestickte Kleider und dazu ein Kathedralenschleier sei mit der neueste Trend. Schlichtweg nicht wegzudenken seien nach wie vor fließende Kleider im griechischen oder römischen Stil, genau wie figurbetonte, erotische Kleider. Fast eine Stunde lang zeigen ihre Models auf dem Laufsteg, was Frau zur Hochzeit trägt und gewähren auch einen ganz kleinen Blick auf das, was die Braut unterm Kleid trägt.

Selbstverständlich darf es für den Mann ebenfalls etwas Besonderes sein. Keinesfalls der Anzug, den er zu anderen Anlässen oder gar im Büro trägt. "Auch der Bräutigam möchte doch einen Wow-Effekt bei den Gästen auslösen", sagt Heike Beyer, die sich mit ihren Prignitzer Boutiquen Outfit für Men und Women an der Modenschau beteiligt. Ihre Models, alles Kunden, Kundinnen oder Verkäuferinnen zeigen in erster Linie Festmoden.

Fällt die Auswahl beim Kleid und Anzug schon schwer, ist es längst nicht die einzige Frage, die das Brautpaar im Vorfeld beantworten muss. Soll es der klassische Biedermeier-Brautstrauß sein oder doch eher ein Fächerstrauß? Vorschläge macht beispielsweise Floristin Beatrice Borchert. Strauß, Kleid und Braut müssen harmonieren. "Eine schlanke und moderne Braut wählt eher den Zepterstrauß, ist die Braut etwas korpulenter, ist der Wasserfallstrauß mit Orchideen passend", sagt sie.

Die Zeiten, in denen die Herren den Blumenstrauß auswählten, seien längst vorbei. "Meistens sind es die Bräute und nur zur Endabsprache kommt der Mann mit." Und wenn es doch mal ein Mann allein wage, sei meist zuvor die Frau heimlich im Blumenladen gewesen und habe gesagt, was sie für Vorstellungen habe, verrät Beatrice Borchert.

Auch der Schmuck sollte individuell sein. Bei Stephanie Schiller aus Rühstädt ist er das. Die Künstlerin fertigt Unikate aus Feinsilber. "Seit wieder Brautkleider mit Spitze getragen werden, ist Blütenschmuck sehr angesagt", erzählt sie. Armband, Ohrringe und Halskette im Set seien ebenfalls beliebt. "Manche Braut verzichtet auf die Halskette und entscheidet sich lieber für einen etwas opulenteren Haarschmuck", weiß Stephanie Schiller.

Dessous und elegante Brillen, Naschereien und Hochzeitstorten, Fotograf und Musiker - die Messe in der Ölmühle bietet ihren Besuchern 35 Aussteller. Erstmals dabei ist das Standesamt Wittenberge. Noch seien genügend Termine zu haben, sagt die Standesbeamtin Jutta Lemm. Aber das Jahr fange auch erst an und noch sei keine Saison.

Trauen lassen kann man sich in Wittenberge im Rathaus und auf der Ölmühle. "Nicht möglich sei es auf der Elbe, denn die ist eine Bundeswasserstraße, gehört nicht zur städtischen Gemarkung", erklärt sie. Vorstellbar seien aber Trauungen im Hafen, doch dafür fehle ein repräsentatives Schiff.

Welche Unterlagen zur Trauung einzureichen sind, beantworte sie oder ihr Kollege Bernd Hartwig gerne am Telefon. Für ganz eilige sei auch schon mal eine Trauung binnen eines Tages möglich.

Ganz so eilig haben es Christin und Martin nicht. Ihr Termin ist am 11. Mai. Aus Berlin werden sie anreisen, auf der Ölmühle feiern. Bahnanschluss mit dem ICE, gut erreichbar mit dem Auto, Feiern und Übernachten in einem Komplex seien für sie die Kriterien gewesen. "Wir haben auf der Seenplatte in Mecklenburg gesucht, rund um Berlin und auch in Niedersachsen. Viele Objekte hätten am Ende nicht auf ihrer Liste gestanden. "Die Ölmühle ist das Schönste", sagt Martin, der gebürtig aus der Prignitz kommt.

Nicht für sich selbst, aber sehr an aktuellen Trends interessiert , schauen sich Dagmar Reeck und Doris Wels auf der Messe um. Schon im letzten Jahr habe es ihnen hier gefallen. "Wir möchten erfahren, was ist modern, was ist schick", sagt Doris Wels. Außerdem hätten sie Söhne, die noch nicht verheiratet seien, ergänzt ihre Freundin.

Mit die weiteste Anreise hatte Lothar Voigt aus Bestensee. Er ist Kunstfeuerwerker und betreibt zusammen mit seinem Sohn einen Familienbetrieb. Wenn Voigts ein Feuerwerk entzünden, fliegen keine Raketen, geht es nicht um Höhenrekorde oder laute Kracher. Es sind Fontänen, die sie regnen lassen, Figuren und Namen, die sie in den Himmel zaubern.

Was so unspektakulär klingt, genießt international Anerkennung, wie ein Blick auf ihre Referenzen beweist: Jahreswechsel im Gästehaus der Bundesregierung Schloss Meseberg, Maritim Hotel Berlin, Feuerwerk für das Königshaus in Dänemark oder auf der RS 2 Party-Bestensee mit 20 000 Besuchern.

Seit 15 Jahren sind sie im Geschäft. Wer sie für seine Hochzeit buchen möchte, sollte rechtzeitig anrufen. In ihrer eigenen Werkstatt entwerfen sie das Feuerwerk, bauen die Kulissen und wenn es zu kompliziert werde, hätten sie mit der Bauschlosserei Morgenstern einen zuverlässigen Partner an ihrer Seite.

"Wir machen alles am Boden, man kann es dann gut sehen und jeder, wirklich jeder kann es fotografieren", sagt Lothar Voigt. Außerdem sei ihr Feuerwerk dadurch nicht so windanfällig. All das klingt interessant und der mitgebrachte Katalog macht beim Durchblättern Lust auf so einen romantischen Feuerregen. "Ganz preiswert ist es aber nicht", gibt der Firmenchef bereitwillig zu und rät dennoch zu keinen halben Sachen: "Wenn Feuerwerk, dann richtig oder gar nicht."

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