Perleberger Eltern wehren sich : Diebe im Schulgarten

Ganz viel Handarbeit steckt von Beginn an im Garten der Scholl-Schule. Hier werden Beete von Unkraut befreit. Vandalismus und Diebstahl tragen nicht gerade zur Motivation der jungen Gärtner bei.
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Ganz viel Handarbeit steckt von Beginn an im Garten der Scholl-Schule. Hier werden Beete von Unkraut befreit. Vandalismus und Diebstahl tragen nicht gerade zur Motivation der jungen Gärtner bei.

Ein Zaun fehlt, Vater will mit Facebook-Aufruf Stein ins Rollen bringen - Stadt signalisiert Unterstützung

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15. März 2016, 05:00 Uhr

Ungebetene Gäste, die sich im Schulgarten bedienen. Das ärgert Schüler, Eltern, Lehrer. Ein Zaun soll helfen.

Seit dem Sommer 2013 wird an der Grundschule „Geschwister Scholl“ gegärtnert. In Kooperation mit der Lebenshilfe Prignitz, der Stadt und mit Unterstützung von Eltern wurde der Traum vom eigenen Schulgarten Wirklichkeit. Ein Vorzeigeprojekt, auch hinsichtlich des Inklusionsgedankens. Denn die Lebenshilfe-Gärtnerei beschäftigt Mitarbeiter mit Handicap. Jene wiederum arbeiten im Rahmen des „Schulgärtnerns“ – dort, wo es passt – mit Mädchen und Jungen der Scholl-Schule zusammen.

Das Problem: Die ungebetene Gäste „bedienen“ sich in der Oase. Einer der traurigen Tiefpunkte ereignete sich bereits Ende September 2014, als aus dem Gartenpavillon ein eiserner Kaminofen geklaut, zudem die Tür des Gewächshauses herausgerissen wurde. Überdies ist Pflanzen-, Gemüse- und Obstklau an der Tagesordnung. Damit nicht genug: Die Weidenlaube, die die Kinder voriges Jahr errichteten, ist kurz und klein.

„Auf dem frischen Beton für das neue Gewächshaus sind Fußtapsen, wurde auch Sand draufgeworfen“, berichtet Mario Zindl aus Sükow, Vater eines Scholl-Schülers, der sich im Schul- und Kreiselternrat engagiert. Das Gewächshaus wurde bei einem Sturm diesen Winter zerstört und soll jetzt auf einem soliden Fundament neu errichtet werden.

Das eigentliche Schulgelände in der Dobberziner Straße ist mit einer Umzäunung gesichert – der Bereich des Schulgartens bislang nicht, obwohl der Wunsch schon länger besteht. Mit einem Facebook-Eintrag machte Mario Zindl am Wochenende auf die Situation aufmerksam, bittet zugleich um Zuwendungen, damit die Umzäunung in die Tat umgesetzt werden kann. „… wir wollen das Ganze jetzt über Spenden finanzieren, wir benötigen ca. 500 bis 1000 Euro. Der Förderverein der Schule kann Spendenquittungen ausstellen, auch Materialspenden sind uns willkommen. Spenden kann jeder, der möchte. Damit Diebstähle und böswillige Zerstörungen des Schulgartens in Zukunft nicht mehr die Arbeit der Kinder zunichte machen …“, heißt es im Facebook-Posting unter anderem. Die Spendenbereitschaft sei generell vorhanden, man habe sogar bereits einen Großsponsoren, Eltern hätten Hilfe zugesagt, auch er selbst packe mit an, würde z. B. das Holz für den Zaun zur Verfügung stellen, so Zindl gestern im Gespräch mit unserer Redaktion. Es gebe sogar bereits ein fertiges Projekt und Gestaltungsideen für die Einfriedung.

Andererseits ist die Stadt als Schulträgerin in der Pflicht. „Wir sind dran an einer Lösung“, bestätigte gestern die zuständige Sachbereichsleiterin in der Stadtverwaltung, Birgit Moschinski, auf Nachfrage des „Prignitzers“. Zeitnah soll es ein Treffen mit der Schulleitung und der Bürgermeisterin vor Ort geben.

Mario Zindl würde es schon reichen, wenn er mit seinem Vorstoß im sozialen Netzwerk einen Stein ins Rollen gebracht hätte. Schließlich geht die Gartensaison in Kürze los, stehen er und auch andere Eltern sowie natürlich betreuende Pädagogen und die Partner bei der Lebenshilfe in den Startlöchern. „Wir haben selbst zu Hause schon Pflanzen vorgezogen, die müssen demnächst in die Erde, am besten im Gewächshaus“, so Zindl. Solange am Schulgarten aber Tür und Tor offen sind, zweifeln Engagierte an der Nachhaltigkeit jeglicher Garten-Aktion in der Dobberziner Straße. 

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