Chef-Culinar-Cup : Die zukünftigen Kochprofis

Es geht heiß her: In nur fünf Stunden müssen die Lehrlinge ein Vier-Gänge-Menü zaubern.
Es geht heiß her: In nur fünf Stunden müssen die Lehrlinge ein Vier-Gänge-Menü zaubern.

Prignitzer Jugendmeisterschaft um den Chef-Culinar-Cup bleibt bestehen – Veranstalter zuversichtlich

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06. März 2015, 12:00 Uhr

„Wo ist der Hartweizengrieß“, ruft Manja Matyse durch die Küche des Oberstufenzentrums, inzwischen leicht hysterisch. Überall hat sie nun schon danach gesucht und die Zeit rennt. „Meine größte Angst ist, dass ich das alles nicht schaffe“, verrät sie, während sie die Dosen auf dem Regal vor sich durchsucht. In nicht einmal mehr vier Stunden muss sie einer Jury ein Vier-Gänge-Menü präsentieren.

Manja ist Auszubildende beim Restaurantbetrieb Lucullus. Gestern traten sie sowie vier weitere Kochlehrlinge und fünf zukünftige Restaurantfachangestellte zur Prignitzer Jugendmeisterschaft um den Chef-Culinar-Cup an. Zum ersten Mal fand diese direkt am Oberstufenzentrum (OSZ) in Wittenberge statt. Die Gewinner erhalten nicht nur einen Pokal, sondern qualifizieren sich für die Brandenburgischen Jugendmeisterschaften der gastgewerblichen Berufen im April. Kein Wunder also, dass bei dem ein oder anderen Jugendlichen schon einmal die Nerven blank liegen. „Es ist schon erheblicher Stress. Eigentlich koche ich ja täglich. Aber das hier ist schon etwas anderes“, meint Janosch Martin-Junge. Gerade kümmert er sich um seine Nachspeise: Eine Mango-Vanille-Rose. Damit will er bei der Jury besonders punkten.

Holger Stahl vom Prignitzer Köcheverein beobachtet mit Annegret Sommer und Andreas Warmus, beide Fachlehrer am OSZ, wie sich ihre Schützlinge schlagen. Dass sich alle anstrengen, ist ein gutes Signal für die Veranstalter. Denn noch im letzten Jahr stand die Frage im Raum, ob die Schulmeisterschaft überhaupt weiterhin Bestand hat. Damals traten nur drei Kochlehrlinge zum Wettbewerb an. Im Jahr zuvor wurde sogar nur der Praxisteil absolviert. „Das lag an einer Kombination aus mehreren Umständen“, schildert Stahl: „Zum einem waren einige Jugendliche zu stark betrieblich eingebunden, andere hatten wiederum kein Interesse.“ Um einen effektiven Ablauf zu schaffen, entstand die Kooperation mit dem OSZ. Nun findet die Meisterschaft während der regulären Schulzeit statt und die Auszubildenden fehlen nicht am Arbeitsplatz.

Dabei handle es sich bei dem Wettbewerb nicht um einen Zeitvertreib, betont Annegret Sommer. „Sehen Sie, wie aufgeräumt der Arbeitsplatz bei den Mädchen ist? Diese Systematisierung haben sie bei der Berufsschulmeisterschaft in Teltow gelernt“, ist sie überzeugt. Dabei traten Maja Matys und Julia Mebs in der Schulmannschaft des OSZ an.

Außerdem dienen die Prignitz-Meisterschaften den Schülern auch als Prüfungsvorbereitung. „Die Anforderungen entsprechen originalgetreu den Vorgaben der Industrie- und Handelskammer“, sagt Stahl. Die Aufgaben wären lediglich um ein Menüpunkt erweitert worden. „Jeder, der es hier schafft, kann beruhigt in die Prüfung gehen“, versichert er und betont gleichzeitig: „Solange es in der Region Auszubildende gibt, die über den Tellerrand hinaus schauen möchten und sich ausprobieren möchten, solange werden wir vom Köcheverein, die Rahmenbedingen bieten, um Veranstaltungen wie diese zu organisieren“, versichert Stahl.

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