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Der Prignitzer

25. September 2017 | 21:00 Uhr

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erstellt am 24.Jun.2013 | 05:59 Uhr

Breese / Bälow | Sie scharren mit den Hufen: Die betroffenen und von Hochwasser immer wieder bedrohten Breeser, Bälower, Hinzdorfer und Scharleuker. Dass man einen Baubeginn für den Deich Breese für das zweite Halbjahr 2014 anstrebe, "können wir so auf keinen Fall mittragen", unterstrich Gerald Neu, Ordnungsamtsleiter von Bad Wilsnack/Weisen und selbst Bälower, gestern in einem Gespräch mit dem "Prignitzer". Eine entsprechende Äußerung machte Umweltministerin Anita Tack vergangene Woche nach der Kabinettssitzung in Potsdam. Stark machen müsse man sich zudem für einen zügigen Beginn der Deicherneuerung bei Bälow. "Das Baurecht ist da", erklärt Neu. Dringener Handlungsbedarf bestehe zudem zwischen Bälow und Klein Lüben sowie Scharleuk und Hinzdorf. Sollte bei erneuten Hochwasser-Rekordwerten, die niemand ausschließen und deren Zeitpunkt man auch nicht vorhersagen könne, die Karthaneniederung volllaufen - die Folgen, so Gerald Neu, mag man sich nicht ausdenken.

Dass der Breeser Deich schnell kommt, daran hat Wilfried Treutler vom BUND so seine Zweifel. "Er kommt jedenfalls nicht so schnell, wie die Minister Vogelsänger und Woidke es versprochen haben", äußert er in einem Schreiben an die Redaktion. Der Grund, so Treutler: Zwischen der L 11 am Breeser Sportplatz und dem so genannten "Schwarzen Weg" (Stepenitzgrund/Rosengarten) ist noch gar kein Deich geplant worden. Hier soll nach den Vorstellungen des Landesbetriebes Straßenwesen die neue L 11 vom DB-Werk bis zum Zellwolle-Gelände auf einem Damm schräg durch die Stepenitzwiesen gebaut werden. Dieser Damm soll zugleich die Hochwasserschutzfunktion für Breese übernehmen. Die Planung für die L 11, führt Treutler weiter aus, sei aber noch nicht so weit, als dass das erforderliche Feststellungsverfahren hätte eröffnet werden können. Selbst wenn Planung und Feststellung in Rekordtempo erfolgen sollten - die vorgesehene Trasse sei nicht genehmigungsfähig. Das habe das zwischen 2000 und 2004 schon einmal stattgefundene Genehmigungsverfahren für die L 11 ergeben. Deshalb wurde damals eine Trasse über das DB-Werksgelände festgelegt. Diese stehe jetzt offenbar nicht mehr zur Verfügung. Also müsse ein neues Planungs- und Genehmigungsverfahren durchgeführt werden.

"Das nächste Hochwasser kommt bestimmt und wahrscheinlich schneller als die L 11. Dann würden die Häuser in Breese wieder absaufen, selbst wenn bis dahin die geplanten drei Abschnitte des Deiches errichtet sein sollten", so Treutler. Deshalb müsse jetzt die Planung von L 11 und Deich getrennt und der Deich für den genannten Abschnitt so schnell wie möglich erfolgen. Zugleich sollte der Planfeststellungsbeschluss für die anderen Abschnitte des Deiches erlassen und mit deren Bau begonnen werden.

Das Potsdamer Infrastrukturministerium kündigte zu den Darlegungen Wilfried Treutlers eine Stellungnahme an - allerdings nicht vor dem 3. Juli.

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