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51. Fest lockte nach Wootz : Die Wische und der Spinner

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Aus der Redaktion des Prignitzers

51. Fest lockte nach Wootz, wo es sich gut lebt, wenn da die Raupen nicht wären. Bürgermeister übt massive Kritik an Naturschutzbund

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erstellt am 04.Aug.2014 | 12:00 Uhr

Ein halbes Jahrhundert hat das Wischefest längst geschafft. Am Wochenende wurde bereits die 51. Auflage gefeiert: Ein Stelldichein von Alteingesessenen, eigens zum Fest wieder Heimgekehrten und den Neuen, die längst ihren Platz in der Wischegemeinschaft gefunden haben. Nicht mehr ganz 500 Einwohner hat die Gemeinde, „da zählt jeder, der sich hier ansiedelt, faktisch doppelt“, betont Klaus Borrmann. Er ist der ehrenamtliche Gemeindebürgermeister „mit einem eigenständigen Parlament und Haushalt“, fügt er an.

Leerstehende Gehöfte habe man dennoch eher selten. Für Großstädter zwischen Berlin und Hamburg sei die Lenzerwische geradezu ein Eldorado. Natur pur, himmlische Ruhe und Idylle. 70 haben so auch bereits ihren Zweitwohnsitz in der Gemeinde eingerichtet.

Sieben Dörfer, vier Feuerwehren, zwei Ortsgemeinschaftshäuser und den Wischehof – die einstige Schule, die zur Herberge umgebaut wurde – darüber „regieren“ der ehrenamtliche Bürgermeister mit seinem Parlament. „Kein leichtes Unterfangen für eine von er Bevölkerung her relativ kleine Gemeinde, die es aber flächenmäßig mit einer Großstadt aufnehmen kann. Denn von Lenzen bis nach Dömitz, immer entlang der Elbe, reicht ihr Hoheitsgebiet. „Insofern sind wir froh, wenn wir an Wegen, Straßen und Plätzen all das erhalten, was wir haben“, so Klaus Borrmann. Der Stolz der Gemeinde ist der Kindergarten. Inzwischen eine private Einrichtung, steuert die Gemeinde aber die Sachkosten zu. „Dass so eine kleine Gemeinde einen Kindergarten hat, das ist schon was. Und Kinder werden auch nicht knapp. Wenn die einen zur Schule kommen, geht es für die Kleinen das erste Mal in die Kita. Es wächst immer was nach“, berichtet Borrmann. Für ihn sind Kinder das beste Aushängeschild, bedeuten sie doch Leben.

Alles könnte so schön sein, wenn da nicht der Spinner seit Jahren in Prozessionen auf den Eichen zieht. „Die Aktion der letzten beiden Jahre hat geholfen, aber sie muss weiter gehen und das flächendeckend“, bekräftigt der Bürgermeister. Er habe wenig Verständnis für jene, die dem Befliegen oder Bekämpfen vom Boden aus was dagegenzusetzen haben. „Die Auenwälder will der Naturschutzbund erhalten, aber die Jahrhunderte alten Eichen lässt er sterben. Dann hat es sich auch mit dem Auenwald bald erledigt.“ Ganz zu schweigen von der Gefahr, die von dem Eichenprozessionsspinner ausgeht. „Auch bei uns gab es schwere Fälle von allergischen Reaktionen. Und welcher Tourist kommt wieder, wenn er den Sommer mit Jucken und geschwollenen Augen erlebt hat. Wir aber leben auch vom Tourismus.“

Am Wochenende bestimmte das Wischefest das Geschehen, mit Skatturnier, Kaffeetafel, Tanz und am Sonntag mit dem Feuerwehrausscheid und den Löcknitztaler Blasmusikanten. „Solange die Besucher zur Stange halten, solange wird es auch das Wischefest geben“, ist Klaus Borrmann fest überzeugt.

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