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Restaurierung der Wunderblutkirche : Die Westfront kommt zuerst

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Im September beginnt siebenjährige Bauphase an der Wunderblutkirche / Gemeinde benötigt Spenden und hat erste Ideen

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erstellt am 30.Mai.2016 | 21:00 Uhr

Jetzt geht alles noch schneller als erwartet. Plante die Kirchengemeinde Bad Wilsnack noch vor zehn Tagen einen Baubeginn an der Wunderblutkirche im nächsten Jahr, steht seit letzter Woche fest: Im September wird die Westfront eingerüstet. Das wird der Auftakt zu einer siebenjährigen Sanierungsphase für die es insgesamt rund vier Millionen Euro geben soll.

Möglich macht das die Aufnahme in das Förderprogramm Nationales Denkmal (wir berichteten). Die jährlichen 200 000 Euro vom Bund und dem Land Brandenburg gelten als gesichert. Als eine Herausforderung bezeichnet Christian Richter, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates, die Eigenmittel in gleicher Höhe. Er stellte zusammen mit Jochen Purps vom Förderverein am Freitag in der Gemeinde die nächsten Schritte vor.

Die Frage der Eigenmittel hätten ihm bereits einige „schlaflose Nächte“ bereitet. Zwar würde den Großteil die Landeskirche und auch der Kirchenkreis aufbringen, aber dennoch stehen die Wilsnacker Gemeinde und der Förderverein in der Pflicht. Erste Ideen gibt es, um Geld zu bekommen. So sollen Alt-Wilsnacker um Spenden gebeten werden. Vielleicht wünsche sich auch jemand anlässlich eines Familienjubiläums Geld statt Geschenke, um dieses dann weiter zu reichen. Geprüft werde die Möglichkeit, ob Spender einen Ziegel vom maroden Dach als symbolischen Dank erhalten können.

Selbst die Möglichkeit einer Erbschaft diskutiert die Kirchengemeinde und ist bereit, dieses sensible Thema unter Umständen anzusprechen. „Dann sprecht mal mit mir“, meinte Friedrich Christoph von Saldern scherzhaft, schließlich sei er ja schon 89 Jahre alt. Seine Familie ist der Kirche eng verbunden, 400 Jahre lang hatten die von Saldern das Patronat über die Wunderblutkirche inne.

„In den kommenden vier Jahren werden wir hauptsächlich in die Konstruktion der Kirche investieren“, kündigte Christian Richter an. In diesem Jahr werden die ersten 25 Meter vom Dach aufgenommen. Ein zusätzlicher Anker muss eingebaut werden, um die fortschreitende Neigung des Daches zu stoppen. Den Handlungsbedarf bezeichnet Richter als „dringend“.

Aber auch der Innenraum werde im Laufe der sieben Jahre ein neues Gesicht bekommen. Die Kanzel rückt an ihren angestammten Platz zurück, ebenfalls der Taufstein. In der Kirche verblieben nur Ausstellungsstücke, die einen direkten liturgischen Bezug haben.

Zugleich soll die mythische Bedeutung der Pilgergeschichte erlebbar gemacht werden. Dazu gehört auch die dauerhafte Öffnung der Wunderblutkapelle. Das sei nur ein erster Überblick zu den Maßnahmen. Die Pläne würden fortgeschrieben, ergänzt, konkretisiert. Beteiligt ist daran unter anderem die Denkmalbehörde des Kreises.

Noch seien diverse Aspekte nicht abschließend geklärt. Dazu zählt zum Beispiel der Sicherheitsaspekt. Für das Arbeiten an so einem großen Bauwerk gelten spezielle Bestimmungen. Auch der Artenschutz ist von Bedeutung, denn in der Kirche leben und nisten diverse Tierarten, deren Schutz berücksichtigt werden müsse.

 

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