Bürgermeisterwahl in Wittenberge : Die Wahl zwischen Ja oder Nein

Wahlleiterin Claudia Kraft und ihr Stellvertreter Jens Arndt zeigen, wie die Stimmzettel am 10. April aussehen.
Wahlleiterin Claudia Kraft und ihr Stellvertreter Jens Arndt zeigen, wie die Stimmzettel am 10. April aussehen.

Votum über die Besetzung des Bürgermeisterstuhls am 10. April: Auch bei nur einem Bewerber kommt es auf Wahlbeteiligung an

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16. März 2016, 05:00 Uhr

Am 10. April wird der Wittenberger Bürgermeister für die nächsten acht Jahre gewählt. Einziger Bewerber ist Amtsinhaber Dr. Oliver Hermann.

Darüber wie auch über andere Fragen im Zusammenhang mit dem Votum sprach Redakteurin Barbara Haak mit Wahlleiterin Claudia Kraft.

Lohnt es da überhaupt, zur Wahl zu gehen oder ist Dr. Hermann bei dieser Konstellation nicht automatisch auch der neue Bürgermeister?

Claudia Kraft: Der Amtsinhaber ist nicht automatisch gewählt, nur weil es keinen Gegenkandidaten gibt. Gewählt ist Dr. Hermann dann, wenn er mehr als die Hälfte der abgegebenen gültigen Stimmen erhalten hat, sofern, und das ist ebenso entscheidend, diese Mehrheit mindestens 15 Prozent der wahlberechtigten Personen umfasst. Da nur ein Bewerber auf dem Stimmzettel steht, bleibt die Entscheidung zwischen einem Kreuz bei „Ja“ oder „Nein“.

In Zahlen ausgedrückt: Wieviel Stimmen benötigt Dr. Hermann für eine Wiederwahl?

Wir haben in Wittenberge knapp 16 000 Wahlberechtigte; es müssen also zirka 2 400 gültige „Ja“-Stimmen vorliegen – mindestens. Auf jeden Fall sollte man zur Wahl gehen, um seinen Willen zu artikulieren.

Und wenn die Beteiligung nicht ausreicht?

Der Gesetzgeber sieht für diesen Fall die Möglichkeit vor, dass die Stadtverordnetenversammlung den Bürgermeister wählt. Die nächste Sitzung der Abgeordneten findet am 27. April statt.

Ich denke aber, jeder der sich zur Wahl stellt, freut sich über ein eindeutiges Wahlergebnis mit einer hohen Beteiligung. Das ist ja auch ein Zeichen von Anerkennung und Wertschätzung – nicht nur der Person, die sich zur Wahl stellt; sondern auch für die bisher geleistete Arbeit.

Die ersten Wahlbenachrichtigungskarten sind verschickt. Gibt es Dinge, die die Empfänger besonders im Blick haben müssen?

Jeder sollte unbedingt auf seiner Wahlbenachrichtigungskarte gucken, in welchem Wahllokal er wählen muss. Wählen kann man nur dort, wo man im Verzeichnis eingetragen ist. Es hat sich in der Zuordnung einiges verändert.

Warum das?

Wir haben der Entwicklung der Stadt Rechnung zu tragen. Aus Nord und dem Allende-Viertel sind Leute wegzogen bzw. ziehen Bürger weg. Im Jahnschul-Viertel und in der Altstadt kommen Bewohner hinzu.

Wie wirkt sich das aus?

Dem kleinsten Wahllokal waren bisher 800 Wahlberechtigte zugeordnet; dem größten über 1300. Mit der Neuordnung sind es jetzt 15 mit zwischen 1200 und 1300 Wahlberechtigten. Auf ein Wahllokal können wir ganz verzichten. Damit werden dann auch acht Wahlhelfer weniger benötigt.

Ohne Wahlhelfer kein Votum. Woher kommen die Helfer?

Von den 140 Wahlhelfern, die wir am 10. April benötigen, kommt zirka die Hälfte aus der städtischen Verwaltung. Die andere Hälfte sind Bürger aus allen Bereichen, die sich dafür engagieren, dass die Wahl ordnungsgemäß abläuft. Wir sind jedem ungeheuer dankbar, der sich auf diese Weise einbringt.

Wir danken für das Gespräch.

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