Architektur : Die Verwandlung eines Plattenbaus

Blick in die Zukunft: So soll der Neubaublock nach seiner Verwandlung aussehen.  Grafik: WGW
Blick in die Zukunft: So soll der Neubaublock nach seiner Verwandlung aussehen. Grafik: WGW

Illusionsmalerei macht aus dem Neubaublock gegenüber dem Kulturhaus ein gutbürgerliches Haus

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18. Juli 2014, 12:00 Uhr

Der Neubaublock in der Bahnstraße 57 gegenüber dem Kultur- und Festspielhaus verwandelt sich optisch in ein Wohnhaus aus der Gründerzeit. Die Wohnungsbaugesellschaft (WGW) nimmt damit ein für Wittenberge einmaliges Projekt in Angriff. WGW-Geschäftsführer Torsten Diehn sagt: „Wenn uns das gelingt, wird das Haus wirklich ein Hingucker.“ Und er habe auch keinen Zweifel daran, dass das Vorhaben wie vorgesehen gelingt. In dem Plattenbau mit seinen drei Eingängen, errichtet Ende der 80er Jahre, befinden sich 30 Wohnungen, die technisch sämtlichst in Ordnung sind, wie Diehn nachdrücklich betont. An der Fassade müsse aber notwendig etwas getan werden.

Die WGW, sie ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Kommune, hat sich im Interesse des Stadtbildes zu dem auf den ersten Blick ungewöhnlichen Schritt entschlossen: Zur Bahnstraße hin wird die Fassade mittels einer Art Illusionsmalerei die Optik eines sogenannten gutbürgerlichen Hauses erhalten. Der WGW-Geschäftsführer führt dafür zwei Gründe an: „Das Wohnhaus wird sich künftig sehr viel harmonischer in die Häuserzeile mit seinen beiden Nachbargebäuden im Stil der Gründerzeit einfügen.“ Eng verknüpft ist damit der zweite Grund: Der Anblick, der sich Besuchern des Kultur- und Festspielhauses bietet, wird ein ansprechenderer sein.

Zu den Maßnahmen am Haus Nummer 57 gehört auch der Austausch der Fenster. Nach vorne zur Bahnstraße hin werden sie der Optik von Bürgerhäusern angepasst. Das Dach, das eine neue Dämmung erhält, wird nicht wieder durchgängig eingedeckt. „Wir unterteilen es“, sagt Diehn. Farblich unterschiedliche Ziegeleindreckungen und leichte Höhenunterschiede werden die große Fläche künftig gliedern. Auch das ein Plus fürs Stadtbild.

Auf „Prignitzer“-Nachfrage, ob ähnliche Pläne auch für die Neubaublöcke 50 bis 54 existieren, die sich ja auch beim Kulturhaus befinden, antwortet Diehn mit Nein. Eine derartige Veränderung sei sicherlich in Einzelfällen eine gute städtebauliche Lösung, aber nicht grundsätzlich wünschenswert. Wichtig ist dem Geschäftsführer die Feststellung, dass auch die Wohnungen in den genannten Häusern technisch in Ordnung sind. Eine grundsätzliche äußere Neugestaltung sieht er für die nächsten Jahre aber nicht. Ohne Förderung seien die Baukosten weder durch den Eigentümer noch die Mieter refinanzierbar. Städtebaufördermittel fließen aber nicht in derartige Häuser.

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