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Prignitzer Bürgerpreis : Die stillen Helden des Alltags

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Landkreis zeichnet auf dem Neujahrsempfang Prignitzer für ihr ehrenamtliches Engagement mit dem Bürgerpreis aus

von
erstellt am 25.Jan.2017 | 10:26 Uhr

Beginnend bei einer Schülerzeitung, endend in eine der abgelegensten und ärmsten Regionen Indiens spannt das Prignitzer Ehrenamt einen weltumspannenden Bogen. Die Menschen hinter diesen Initiativen waren die Helden auf dem gestrigen Neujahrsempfang des Landrates Torsten Uhe (parteilos).

Helga Scherfke kennt keinen Ruhestand. Dem Verein „Leben in Berge“ hat sie erst neues Leben eingehaucht. 45 Jahre unterrichtete sie an der Berger Schule und im vergangenen Jahr lernten 20 Flüchtlinge von ihr die deutsche Sprache. Sie arbeitet im Bürgerantiquariat Perleberg, singt im Gemischten Chor Karstädt und unterstützt dessen Arbeit als Vorstandsmitglied. Und selbst um den Erhalt der plattdeutschen Sprache kümmert sie sich, spricht mit Kindern up Platt.

Birgit Pache hat sich die Unterstützung einer indischen Region zur Lebensaufgabe gemacht. Seit zwei Jahrzehnten unterstützt sie das Hilfsprojekt „Asha Vihar“, in dem es vor allem um eine Verbesserung der gesundheitlichen Situation der Menschen geht. Mit ihrer Begeisterung hat sie es geschafft, Schüler und Lehrerkollegen vom Pritzwalker Gymnasium für dieses Projekt zu gewinnen. Unter anderem wirkten sie am Aufbau eines Krankenhauses mit.

Noch eine Schule stand gestern im Rampenlicht: das Gymnasium Perleberg. Als Chefredakteur der Schülerzeitung wurde Marcus Pfeiffer ausgezeichnet. „Zuverlässig, akkurat, eifrig“, so wird er beschrieben, sagte Laudatorin Annett Jura. Er sorgt nicht dafür, dass die Schule eine aktuelle Homepage hat, sondern berichtet auf Facebook über Ereignisse im gesamten Landkreis. Im vergangenen Jahr wurde seine Schülerzeitung zur landesweit besten Online-Ausgabe gekürt.

Sein journalistisches Abc hat Marcus Pfeiffer beim „Prignitzer“ gelernt. Im Rahmen des Ganztagsangebot hatte unsere Redaktion die Schülerzeitung neu ins Leben gerufen und der heute 18-Jährige war von Beginn an dabei. Seine Redaktion zählt zwölf Redakteure.

Einen Sonderpreis erhielt die Evangelische Kirchengemeinde Wittenberge, vertreten durch Bärbel Treutler und Peter van Bürck. Mit viel Engagement betreibt die Gemeinde ein Sprachcafé für Flüchtlinge. In zwangloser Atmosphäre treffen sie sich wöchentlich, knüpfen Kontakte. Beim Kochen, Spielen, Handarbeiten erlenen die Flüchtlinge unsere Sprache, erste Freundschaften sind entstanden.

Knapp 30 Bewerbungen um den Bürgerpreis hatte es gegeben. Verliehen wird er vom Landkreis und der Sparkasse Prignitz. In seiner Rede würdigte Torsten Uhe mehrfach die vielfältige Arbeit der Ehrenamtler im Kreis. Der Kreis sei wirtschaftliche stark, das zeigen allein die 30 Millionen Euro Investitionen ohne Förderanteil im vergangenen Jahr. Auch sozial setze die Prignitz Maßstäbe, unter anderem mit der neuen Frauen- und Geburtenklinik des Kreiskrankenhauses. Gastrednerin Sozialministerin Diana Golze (Linke) bestätigte dies und mit Blick auf die Krankenhausplanung nach 2020 sagte sie: „Es gibt keine Veranlassung eine Klinik im Land zu schließen.“

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