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Der Prignitzer

24. November 2017 | 04:44 Uhr

Die Situation ist kalkulierbar

vom

svz.de von
erstellt am 06.Jun.2013 | 09:05 Uhr

Prignitz | Am Sonntag 7,30 Meter und am Montag 7,45 Meter für den Pegel Wittenberge lauten die gestrigen Prognosen. Damit werden die zunächst befürchteten acht Meter immer unrealistischer. "Die Situation ist kalkulierbarer geworden", bewertete der Prignitzer Landrat Hans Lange (CDU) diese Zahlen. Deshalb sei nach derzeitiger Beurteilung der Lage durch den Krisenstab nicht damit zu rechnen, dass für das gefährdete Gebiet, einschließlich der Stadt Wittenberge, bis zum kommenden Montag eine Evakuierung angeordnet wird. Der Krisenstab halte aber an seinem Plan fest, alle begonnenen Sicherungsmaßnahmen so zu beenden, dass man auch auf acht Meter vorbereitet sei.

Die Situation am Oberlauf der Elbe entspannte sich gestern leicht. Sowohl im tschechischen Usti als auch in Dresden wurde der Scheitelpunkt erreicht, der Wasserstand fällt. "Damit werden für uns die Prognosen deutlich zuverlässiger", sagte Bodo Schwiegk, Referatsleiter im Landesumweltamt. Dennoch werde in den kommenden Tagen jede Menge Wasser in Richtung Prignitz fließen, beispielsweise aus der Saale. Auch die Spree führe sehr viel Wasser, weil aus der Talsperre Spremberg mehr als 100 Kubikmeter pro Sekunde abgelassen werden, so Schwiegk.

Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) kam gestern nach Dienstag bereits das zweite Mal in die Prignitz, verschaffte sich einen Überblick. "Die Arbeiten haben in einem beeindruckenden Tempo stattgefunden", sagte er abends auf der Ölmühle in Wittenberge. Er habe ein gutes Gefühl und attestierte den hiesigen Einsatzkräften und dem Stab ein "professionelles Arbeiten". Nun gehe es darum, aufmerksam zu bleiben, denn "uns steht etliche Tage eine Herausforderung bevor, die Kräfte müssen eingeteilt werden", so Platzeck.

Angesprochen auf die Situation in Breese, wo sieben Familien im Stepenitzgrund nach 2002, 2006 und 2011 erneut mit Wasserschäden an ihren Häusern rechnen müssen, verwies der Ministerpräsident auf das Erreichte: "Das Land hat 400 Millionen Euro in die Deiche investiert, an der Oder sind wir fertig und an der Elbe fast". Breese werde den Deich bekommen, derzeit laufe die Planfeststellung.

Im Nachbarland Sachsen-Anhalt hat der Landkreis Stendal den Bewohnern der Ortsteile Werder und Scharpenlohe bei Beuster dringend em pfohlen, ihre Grundstücke zu verlassen. Die beiden Orte mit ihren rund 50 Einwohnern liegen vor dem Deich im Überflutungsgebiet der Elbe. Ein Flutung der Havelpolder erwarten Experten nicht.

Im Süden Brandenburgs ist die Situation weiterhin in Mühlberg an der Elbe, wo seit Mittwoch die höchste Warnstufe 4 und Katastrophenalarm gelten, besonders angespannt. Der Wasserstand der Elbe erreichte hier gestern gegen 17.30 Uhr 9,65 Meter. Das ist gut dreimal höher als normal. Bei der Jahrhundertflut 2002 war der Fluss auf 9,98 Meter gestiegen. "Es wird zur Sicherung von Mühlberg Glück gehören", meinte Innenminister Dietmar Woidke. Der Wasserstand sei sehr hoch und nicht alle Deiche in einem guten Zustand, hieß es. Ein Pflegeheim in der Altstadt wurde evakuiert. In Bad Liebenwerda ist ein Deich durch das anhaltende Hochwasser der Schwarzen Elster gefährdet. Der Deichbruch von Mittwoch in Herzberg ist unter Kontrolle. In beiden Orten ist die Scheitelwelle laut Landesumweltamt durch.

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