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Namenszusatz für Perleberg : Die „Rolandstadt“ soll kommen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Stadtparlament will Donnerstagabend die letzten Weichen stellen – Signale des Landes stehen auf Grün

Die Fraktionen des Stadtparlaments sind sich seit Langem einig: Perleberg soll „Rolandstadt“ als Zusatzbezeichnung in seinem Namen tragen. In der öffentlichen Sitzung heute Abend sollen dafür die allerletzten Weichen gestellt werden.

Mehr als fünf Jahre ist es her, als die FDP-Fraktion der Stadtverordnetenversammlung den Antrag einbrachte, für Perleberg diesen Namenszusatz einzuführen. Im Gespräch war seinerzeit auch die Zusatzbezeichnung „Hansestadt“. Die lange Geschichte ist kurz erzählt: Der Antrag scheiterte seinerzeit bereits im Kulturausschuss.

Das Prozedere für einen Namenszusatz war unterdessen damals überaus aufwändig und langwierig, zumindest im Land Brandenburg. Eine umfangreiche Information hätte dem vorausgehen müssen, die Stadt müsste nachvollziehbare Motive, sprich gute Antworten auf die Frage haben, was der Titel der Kommune langfristig bringen soll. Erst danach sei eine Kostenschätzung möglich gewesen. Das Genehmigungsverfahren gestaltete sich schwierig.

Die Vorzeichen änderten sich später. Der Vorschlag „Rolandstadt“ wird mittlerweile von allen Fraktionen des Parlaments – Linke, CDU, SPD und FDP/KBV – getragen. Und: Das Land setzte die Hürden herab. So liegt der Vorschlag, der bereits Anfang Oktober 2015 neu formuliert wurde, heute Abend zur endgültigen Verabschiedung auf dem Tisch.

Durch eine Modifikation in der Kommunalverfassung des Landes Brandenburg, die 2013 – auf Initiative der FDP-Fraktion im Landtag – erfolgte, können Gemeinden eine zusätzliche Bezeichnung, die auf die Historie, Eigenart oder Bedeutung des Ortes hinweist, führen. Das Kommunalparlament benötigt für einen solchen Beschluss eine Dreiviertel-Mehrheit. Die Bestimmung oder Änderung der Ortsbezeichnung muss dann dem Brandenburger Innenministerium lediglich angezeigt werden und gilt als verliehen, wenn das Ministerium nicht innerhalb eines Monats nach Eingang schriftlich Bedenken anmeldet.

„Für die weitere Entwicklung des Tourismus’ in unserer Stadt wäre es gut, wenn sich zum Namen ein besonderes Merkmal installieren ließe. Der Roland steht seit Jahrhunderten in unserer Stadt und hat das Bild Perlebergs entscheidend geprägt. In unserer unmittelbaren Umgebung ist er einmalig. Perleberg verfügt nach dem Bremer über den zweitältesten Riesen-Roland“, heißt es u. a. in der Begründung der Vorlage. Zudem werde im Internet und in Publikationen bereits mit der Begrifflichkeit „Rolandstadt“ für Perleberg gearbeitet. Darüber hinaus sei die Stadt Mitglied im Netzwerk der Rolandorte. Die Kosten für die Einführung der Zusatzbezeichnung auf Ortseingangsschildern, Briefköpfen, Siegeln, Frankiermaschinen, Stempeln, Softwareänderungen usw. würden sich auf schätzungsweise 23 700 Euro belaufen – die Änderungen auf den Ortsschildern kosten, separat betrachtet, gut 3000 Euro.

Die kommunalfreundliche Neuregelung in Brandenburg bewährt sich bereits. Und Perleberg würde sich mit einem passenden Namenszusatz in guter Gesellschaft befinden: „Fontanestadt“ Neuruppin, „Kleiststadt“ Frankfurt (Oder), „Perle der Lausitz“, Spremberg, „Stadt der Optik“ Rathenow, „Flößerstadt“ Lychen, „Stadt der Pferde“ Neustadt/Dosse, „Wasserstadt“ Fürstenberg/Havel, „Spargelstadt“ Beelitz, „Sängerstadt“ Finsterwalde oder das Dorf Gollenberg in der Gemeinde Rhinow im Havelland, das als „Lilienthal-Gemeinde“ dem Flugpionier Otto Lilienthal alle Ehre macht. Die Auflistung ließe sich noch weiter fortsetzen.

Perleberg wäre im Landkreis Prignitz die erste Kommune mit einer offiziellen Zusatzbezeichnung. So oder so ähnlich wie in unserer Fotomontage könnten die neuen Stadteingänge dann aussehen.

 

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erstellt am 21.Jul.2016 | 05:00 Uhr

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