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Eichenprozesssionsspinner : Die Raupen schwächeln

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Population des Eichenprozessionsspinners weniger stark als in den Vorjahren. Forstexperten suchen derzeit nach Eispiegeln.

Dass die kreisweite Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners im vergangenen Jahr ein Erfolg war, zeigte sich jetzt: Die Zahl der bis zu drei Zentimeter großen Eispiegel in den Wipfeln der Eichen ist deutlich kleiner, als in den Vorjahren. Dieses Fazit ziehen die Förster Eckhard Kakstein und Jens Höger nach ihrem gestrigen Einsatz.

Am Elbdeich in Müggendorf, an der B 195 und im Gadower Forst in Bärwinkel haben sie nach Eispiegeln gesucht. Im Schnitt fanden sie an den einzelnen Orten zwei bis drei, nur in Bärwinkel waren es mit sieben deutlich mehr. „Die Bekämpfung hat gewirkt, das ist eindeutig“, sagt Eckhard Kakstein. „Wir haben deutlich mehr alte Eispiegel aus dem Vorjahr gefunden“, ergänzt sein Kollege.

Der Unterschied zwischen alten und neuen ist selbst für Laien gut zu erkennen: Die alten Eispiegel haben winzige Löcher, aus denen die ein bis einhalb Millimeter großen Raupen geschlüpft sind. Die neuen sind geschlossen und durch ihre gräuliche Färbung an den Zweigen noch schwerer zu erkennen. Auch wenn die Population des Schädlings nach diesen ersten Befunden kleiner werden dürfte, könne von Entwarnung keine Rede sein. „Wir müssen auch in diesem Jahr flächendeckend bekämpfen, nur so kann es langfristig einen Erfolg geben“, sagt Kakstein.

In den kommenden Wochen werden sie noch mehrfach in den Wäldern unterwegs sein. Ziel ist es, für den gesamten Gadower Forst Aussagen über die zu erwartende Population zu treffen. „Wir werden mit Waldbesitzern sprechen, ob sie Probefällungen machen. Im Wald mit der Hebebühne zu arbeiten, wäre zu aufwändig“, so die Förster. Für die Suche entlang der Alleen hingegen möchten sie gerne eine Hebebühne nutzen, wollen darüber mit dem Landesbetrieb für Straßenwesen bzw. der Kreisstraßenmeisterei verhandeln.

Die gefundenen intakten Eispiegel bewahren sie in der Oberförsterei auf, beobachten de Entwicklung der Raupen. „Dadurch können wir Rückschlüsse ziehen, wann sie schlüpfen werden.“ Das sei wichtig für eine effektive Bekämpfung, denn die müsse zu einem ganz bestimmten Entwicklungsstadium erfolgen. Die dafür in Frage kommende Zeitspanne sei eng. Der milde Winter habe keinen Einfluss auf die Population strenger Frost ebensowenig.

Der Kreis liege mit den Vorbereitungen im Zeitplan, informiert die zweite Beigeordnete Dr. Sabine Kramer. Die Ausschreibung für die Bekämpfung aus der Luft sei abgeschlossen, der Kreisausschuss müsse noch die Vergabe offiziell genehmigen. Während landesweit die zu bekämpfende Fläche wohl kleiner ausfalle, dürfte sie in der Prignitz annähernd konstant bleiben, schätzt Kramer. „Wir sind in der Endphase der Erfassung.“

Da es im Vorjahr zeitliche Schwierigkeiten bei der Durchführung der Bekämpfung gab, will der Landkreis in diesem Jahr mehr Mitspracherecht. „Wir werden den Prozess selbst steuern, sowohl die Startzeit als auch den zeitlichen Ablauf festlegen“, kündigt Sabine Kramer an. Da sei auch so in der Ausschreibung formuliert worden.

Mit den Kommunen und Landesbehörden seien Vereinbarungen geschlossen worden. Sie bezahlen nach Flächengröße, der Kreis gehe in Vorleistung. Ob Kommunen Kosten auf Grundstückseigentümer umlegen, sei deren Entscheidung, macht Sabine Kramer deutlich.

Die Härchen der Raupen können bei Menschen teils heftige allergische Reaktionen bis hin zu Atemnot auslösen. In den vergangenen Jahren mussten betroffene Straßenbauarbeiter und Hochwasserhelfer medizinisch versorgt werden.

Doch nicht nur die Menschen leiden unter dem Eichenprozessionsspinner. Eichen können zwar einen Kahlfraß verkraften und schlagen neu aus, bei wiederholtem Kahlfraß werden Bäume jedoch ernsthaft geschädigt und geschwächt.


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erstellt am 14.Jan.2014 | 08:00 Uhr

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