Historische Prignitz : Die Prignitz und ihre Ringbahn

Historische Aufnahme:  Beim Bau der Ringbahn zwischen Berge und Pirow mussten im Jahr 1911 auch Frauen mit anpacken.  Fotos: Repro/Sommerfeld
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Historische Aufnahme: Beim Bau der Ringbahn zwischen Berge und Pirow mussten im Jahr 1911 auch Frauen mit anpacken. Fotos: Repro/Sommerfeld

Autor Peter Sommerfeld legt neue und erweiterte Auflage seines Buches von der historischen Bahnstrecke vor

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07. November 2015, 12:00 Uhr

Einst war die Prignitz durchzogen von einem dichten Netz aus Eisenbahnlinien. Ende des 19. Jahrhunderts begann der Kreis, in Ermangelung privater Investoren, mit dem Segen der Preußischen Regierung selber die Anbindung vieler Gemeinden und Städte an Schmal- oder Regelspurnetze voranzutreiben, auch weil die aufstrebende Landwirtschaft vermehrt nach Gütertransportwegen verlangte.

Stoff für viele Geschichten und Erinnerungen liefert dabei bis heute das rund 100 Kilometer lange Gleisnetz der Perleberger Ringbahn, das 1911 in Betrieb genommen wurde, und auf dem bis ins Jahr 1975 regulärer Reiseverkehr herrschte. Neben den schmalen Gleisen für den sogenannten „Pollo“ betrieben die ehemaligen Ost- und Westprignitzer Kleinbahnen, später die Deutsche Reichsbahn, dieses nahezu kreisförmige, regelspurige Streckennetz.

Unter Eisenbahnfreunden war Peter Sommerfelds datenreiches Buch „Die Perleberger Ringbahn“ von 2012 schnell bekannt aber auch ebenso schnell vergriffen. Nun ist beim Stendaler Verlag Dirk Endisch die Neuauflage erschienen, die sich thematisch vertieft mit der Geschichte der Prignitzer Kreisringbahn von und nach Perleberg auseinandersetzt. Dort, wo es möglich war, wurde der stark bebilderte Band um zwischenzeitlich aufgetauchtes oder an den Autor herangetragenes Material ergänzt. Mit Fahrplanauszügen aus alten Kursbüchern und Streckenverlaufsplänen werden die Erinnerungen und Berichte anschaulicher gemacht. Wo keine Fotos existieren, geben Zeichnungen einen Eindruck von Gleisanlagen und Bahnhofsgebäuden, dazu kommen Faksimiles von originalen Formularen und Landkarten. Die Fotos sind konsequent in schwarz-weiß gehalten und geben den Seiten eine einheitliche Erscheinung.

Das Buch liefert eine Technikgeschichte von Fahrzeugtypen, eine Kulturgeschichte von für den Netzbau relevanten historischen Persönlichkeiten, wie etwa Viktor von Podbielski. Es zeichnet aber auch plastisch das Panorama eines Eisenbahnjahrhunderts, das mit einem großen Aufbau beginnt und einem umfassenden Abbau endet. Denn von den historischen Strecken der regelspurigen Prignitzer Bahnen ist heute nur noch das Teilstück zwischen Pritzwalk und Putlitz in Betrieb, um dessen Bestellung Jahr für Jahr gerungen wird.

Carlo Ihde

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