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Junges Paar sieht seine Zukunft auf dem Land : „Die Prignitz ist unser Zuhause“

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Marcel Leutloff und Freundin Carolin Effland: Das Haus ist gebaut, der Baum wird gepflanzt und dann sollen die Zimmer voll werden

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erstellt am 25.Feb.2017 | 05:00 Uhr

Für Marcel Leutloff, 34 Jahre jung, und seine Freundin Carolin Effland (27) ist es keine Frage : „Wir sind in der Prignitz zuhause.“ Sie wohnen in Quitzow. Hier haben sie gebaut, sind im Oktober vergangenen Jahres in ihre eigenen vier Wände eingezogen. Sie schätzen die Ruhe, „es ist einfach schön, wenn man vom Frühstückstisch aus den Sonnenaufgang beobachten kann“, schwärmt Caroline. „Und ich vom Fenster aus zusehen kann, wie mein Getreide wächst“, fügt Marcel lachend an. Er ist Landwirtschaftsmeister, arbeitet in der Agrargenossenschaft Quitzow. „Ich bin da wohl erblich vorbelastet.“ So lange er denken kann habe er jede Chance genutzt, um an der Seite seines Vaters auf dem Trecker, Mähdrescher oder Kran zu sitzen. Große Technik faszinierte ihn und daran hat sich offensichtlich nichts geändert.

Carolin hat im Kreiskrankenhaus Prignitz gelernt und arbeitet jetzt dort als Krankenschwester. „Es gefällt mir hier, das Team ist top, die Arbeit macht Spaß.“ Also, wa-rum sollte es sie in die Großstadt bzw. an deren Rand ziehen. „Wir haben hier alles zum Glücklichsein und Perleberg vor der Haustür“, sagt die junge Hausherrin „auch fließend Wasser aus der Leitung“, ergänzt ihr Freund bewusst ironisch. Einen Abstecher nach Berlin, Hamburg oder Schwerin – natürlich. Eine Großstadt hat ein eigenes Flair, das man erlebt haben muss. Dann sei man aber auch froh, wieder in ruhige Gefilde zu kommen. Ruhig heiße aber nicht, dass „die Prignitz verschlafen ist“, betonen die beiden. „Bei uns pulsiert schon das Leben, aber eben mit einem Herzschlag, den man hören und spüren kann.“ Nicht von ungefähr tragen sich junge Prignitzer, die es in die Großstädte getrieben hat, mit dem Gedanken, wieder zurück zu kommen. „Spätestens, wenn der Nachwuchs da ist und zur Schule kommt“, bestätigt Marcel.

Oma und Opa am Ort, Arbeit und was man zum Leben brauche fast vor der Haustür einschließlich Kita, Schule, Schwimmbad, Kinos, Restaurants, ein Krankenhaus der Regelversorgung und alles in einer Umgebung, in der man seine Kinder gern aufwachsen lassen möchte – was will man mehr. „Außerdem wohnen wir nicht auf einer Insel. Anderthalb Stunden und man ist in Berlin, in zwei Stunden in Hamburg. Nach Schwerin geht es schneller. “

Dass es so bleibt, die Jugend auch die Chance hat, sich hier ein Leben aufzubauen, dafür sei es schon wichtig, dass Perleberg Kreisstadt bleibt, die Prignitz nicht zum bloßen Anhängsel werde, so der junge Landwirtschaftsmeister. Von der Zusammenlegung zu Großkreisen halte er überhaupt nichts. „Ich will mir meinen Urlaub nicht nach den Behördengängen planen müssen. Was so ein Großkreis bringt, sieht man am mecklenburgischen Nachbarn. Nämlich gar nichts, außer Fahrerei.“

Was Entfernungen heißen, das kann der junge Landwirt durchaus einschätzen. Über den Bauernverband war er für acht Monate in Australien, hat dort auf einer Farm gearbeitet und natürlich auch das Land kennen gelernt. Es hat ihn so gut gefallen, dass er ein zweites Mal aufbracht. Der Aufenthalt währte dann allerdings knapp halb so lange, erzählt er und blickt auf seine Freundin. Denn kurz vorher hat er Carolin kennen gelernt. „Doch die Tickets waren schon gebucht.“

Ja, sie sind glücklich. Das Haus steht, sie haben es sich liebvoll eingerichtet. Arbeit gibt es aber noch, „Stück für Stück wird weiter gemacht“. Als nächstes wird ein Baum gepflanzt und dann „dafür gesorgt, dass die Zimmer voll werden“, so der junge Hausherr lachend.

 

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