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Der Prignitzer

17. November 2017 | 18:54 Uhr

Tiere : Die Prignitz hat ihren ersten Wolf

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Bisher gab es Gerüchte, doch jetzt ist es amtlich: Erste offizielle Sichtung eines Wolfes nahe Laaslich. Ansässig oder auf dem Durchzug – Wolfsexperten sind noch unsicher.

svz.de von
erstellt am 19.Apr.2016 | 20:55 Uhr

Timo Haase traute seinen Augen zunächst nicht, als er am vergangenen Freitag in den Mittagsstunden einen Wolf auf einer Wiese bei Laaslich entdeckte. „Ich arbeite in der Landwirtschaft. Morgens wurde er in einer Mutterkuhherde gesichtet. Ein paar Stunden später tauchte er bei mir bei der Bodenbearbeitung auf, lief ganz langsam vorbei und dann weiter auf eine Wiese. Dort hat er versucht, ein Kalb aus einer Mutterkuhherde zu reißen, aber ohne Erfolg. Die Kühe haben ihn verjagt“, berichtet er unserer Zeitung.

Das glaubt Uwe Roese gern. „Kühe machen sofort Front, auch gegen Hunde“, sagt der Prignitzer Wolfsbeauftragte und Mitarbeiter der Oberförsterei Gadow. Auch er hat sich das Foto angeschaut, mit den Kollegen in Potsdam gesprochen: „Die Zeichnung, das geschilderte Bewegungsmuster, kein Zweifel, es ist ein Wolf.“

Jetzt müsse beobachtet werden, ob das Tier in der Region bleibt. Fotos oder Videos könnten dabei helfen. Gibt es weitere Sichtungen? Markiert der Wolf sein Revier? Ist es ein Einzelgänger? Noch kann Roese keine Antworten geben. Die natürlichen Bedingungen seien aber ideal. „Das betreffende Gebiet bei Laaslich ist ein 200 Hektar großes Totalreservat. Daran schließt sich direkt der Gadower Forst an“, sagt Uwe Roese.

Christina Stettin, Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes, mahnt zur ausgewogenen Betrachtung. „Wir haben bisher noch kein Negativereignis gehabt und wollen auch den Teufel nicht an die Wand malen, aber wir müssen auch darauf aufmerksam machen: Wer das eine will, muss das andere mögen.“ Da es in Brandenburg ein umfassendes Wolfsmanagement gebe, richte sich ihr Appell an die Landesregierung, im Falle eines Wolfsrisses die Schadensregulierung für den Tierhalter unkompliziert zu gestalten. „Auch wenn dies alles noch Eventualitäten sind, so ist klar, dass eine vollkommen wolfssichere Weidehaltung gar nicht möglich ist“, so Stettin.

Sollte ihm nochmal ein Wolf vor die Nase laufen, will Timo Haase mit gleichem Respekt die Kamera drauf halten und alles dokumentieren. „Es ist ja nicht alltäglich, auch wenn es eigentlich nur ein Wildtier wie alle anderen ist. Aber wenn man in der Landwirtschaft arbeitet, sieht man das schon mit skeptischem Blick“, meint er.

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