Sommerwetter : Die Prignitz ächzt unter der Hitze

Sauna am Arbeitsplatz: An der Heißmangel bei der Lebenshilfe ist es immer warm – egal ob Sommer oder Winter.
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Sauna am Arbeitsplatz: An der Heißmangel bei der Lebenshilfe ist es immer warm – egal ob Sommer oder Winter.

Im Fitnesstudio, beim Bäcker und im Pflegeheim wird geschwitzt.

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07. August 2015, 12:00 Uhr

Prignitz Mehr als 30 Grad und Sonne satt – so sah der Donnerstag in der Prignitz aus.  Während viele trotz Hitze arbeiten müssen, vergnügten sich vor allem Kinder und Urlauber in Freibädern und an Badeseen.

Lucas Beckmann feierte im Hainholzbad in Pritzwalk seinen siebenten Geburtstag und duellierte sich mit seinem Papa Kevin im Sprung vom Turm. „Bei dem Wetter abzutauchen ist das einzig Richtige“, sind sich beide einig und setzen zum nächsten Sprung an.

„Auch wir schwitzen bei den Temperaturen“, sagt Frank Möller, Leiter des Perleberger Schwimmbades. Doch zugleich strahlt er übers ganze Gesicht, „denn so ein Wetter haben wir uns gewünscht“. Von Tag zu Tag werde es voller im Bad, die nächsten Tage rechne er wieder mit um die 800 bis 1000 Besucher täglich.

Doch Abkühlung geht auch anders. „Eis geht immer, doch bei fast 30 Grad Celsius im Schatten erst recht“, sind sich Angelika Titz und Barbara Ruhwald einig. Immer donnerstags treffen sich die Perlebergerinnen, um über den Wochenmarkt zu schlendern und im Belluno vorbei zu schauen –  ist es draußen kühler auf einen Latte und jetzt eben auf einen Eiskaffee.  Eis von 10 Uhr morgens bis 10 Uhr abends – „das ist jetzt angesagt“, berichtet Ely Salce. Gemeinsam mit  Christian D’Inca  betreibt er das Belluno in Perleberg. Täglich an die 100 Liter Eis gehen bei den Temperaturen über den Tresen. Der Renner: dunkle Schokolade und Fruchteis.

Doch nicht nur draußen herrschen  Temperaturen von über 30 Grad. Am Arbeitsplatz von Ramona Lindemann und ihrer Kollegin Christine Thiele erreicht das Thermometer sogar die 38 Grad-Marke. Die beiden Frauen arbeiten im Wäscheservice der Lebenshilfe Prignitz an einer Heißmangel. Für eine  kleine Abkühlung sorgen  Lüfter, die  im Raum verteilt sind. „Wir machen bei der Hitze auch zusätzliche Pausen und haben einen Wasserspender aufgebaut. Viel Trinken ist wichtig“, sagt die stellvertretende Leiterin der Hauptwerkstatt, Ivonn Rudolph.

Doch es geht auch noch wärmer: Am Arbeitsplatz von Bäckermeister Marco Götz in Wittenberge ist es im Sommer als auch im Winter 50 bis 60 Grad warm – auch zu Backbeginn um Mitternacht. „Man gewöhnt sich an die Hitze. Solange es draußen nicht so schwül ist, ist es  ok.“, so Götz.

Christel Weidner hat im Awo-Pflegezentrum  in der Wittenberger Stein-Hardenberg-Straße ihr Zuhause. Im Zimmer ist es sonnig. Das ist schön. Aber bei Temperaturen wie diesen, kann es auch zu viel des Guten werden, weil der Raum sich aufheizt. Die Awo hat im Frühjahr dieses Jahres investiert. „Für sämtliche  Bewohnerzimmer und auch alle anderen Räume haben wir wärmedämmende Vorhänge angeschafft. Eine Investition, die sich jetzt auf jeden Fall für das Wohlbefinden der Hausbewohner  bezahlt  macht“, sagt Pflegedienstleiterin Kerstin Meierholz. „Morgens, wenn die Sonne gegen 7.30 Uhr ’rum kommt, ziehe ich die Vorhänge zu. Und so bleiben sie, bis die Sonne gegen 15 Uhr weitergewandert ist“, erzählt Christel Weidner. Sie ist froh, ihr Zimmer bleibt jetzt kühler.

Als schwitze man bei dem Wetter noch nicht genug, gibt es sogar ganz Sportliche, die gestern im Fitnessstudio waren. „Ich bin immer motiviert, zu trainieren, egal bei welchem Wetter“, sagt Danny Telschow und stemmt eine Langhantel mit mehr als 100 Kilogramm. Sein Trainingspartner Marcel Laufing hingegen tut sich schwer. „Die Lust hält sich in Grenzen, aber von nichts kommt nichts. Die Gewichte dürfen bei dem Wetter etwas leichter sein.“

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