Letzte Erinnerung an Wittenberger Badeanstalt verschwindet : Die Plattform kommt weg

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Landesumweltamt sieht keine Notwendigkeit zu Erhalt des Badeanstalt-Reliktes

svz.de von
27. Februar 2014, 12:00 Uhr

Die letzte Erinnerung an die Badeanstalt an der Elbe wird abgerissen. Das Landesumweltamt plant im Zuge des Hochwasserschutzes den Rückbau der Plattform, die sich gleich hinter dem Restaurant „Zum Fährmann“ vom Deich aus Richtung Elbvorland erstreckt. Die Plattform gehörte zu dem Bad, das 1912 als Ersatz für die bis dahin existierende Pontonbadeanstalt in der Elbe errichtet wurde. Ältere Wittenberger werden sich noch daran erinnern, dass sich auf Deichhöhe der Eingang zur Badeanstalt befand. Auf der Plattform stand der attraktive, weitgehend hölzerne Pavillon mit der Kasse und den Umkleidekabinen. Zwei hölzerne Treppen führten nach unten zu den Becken. Eines war zum Plantschen und Schwimmen für Kinder angelegt. Das große Becken durch Startblöcke in der Mitte in zwei Bereiche unterteilt. Das Dilemma dieser Badeanstalt am Hammelwerder: Stieg die Elbe, drückte das Wasser von unten die Becken kaputt. Häufige Reparaturen und hohe Kosten waren die Folge. Bis kurz nach der Wende betrieb die Stadt das Volksbad, so der offizielle Name. Dann wurde es geschlossen. Die Becken sind rückgebaut, das pavillonartige Haus abgerissen.

Nun muss auch die Plattform weichen. Das Landesumweltamt begründet diese Entscheidung vor allem mit dem Zustand der Betonstützen, die die Konstruktion tragen und die an den Deichfuß ragen. Sie müssten, um sie zu erhalten, saniert werden. Dazu gebe es aber keinen Grund, so die Behörde, die für den Hochwasserschutz zuständig ist.

Auch der Wittenberger Kultur- und Tourismusbetrieb sieht keine zwingende Notwendigkeit, die Plattform zu erhalten, wie auf Nachfrage des „Prignitzers“ Betriebsleiter Hans-Jürgen Döllefeld sagt. Mit den Terrassen am Nedwighafen bzw. an der Gaststätte „Zum Fährmann“ hätten Ausflügler und Radwanderer Anlaufpunkt, von denen aus man eine gute Sicht habe.

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