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Der Prignitzer

20. November 2017 | 03:27 Uhr

Die Ölmüller rücken mehr zusammen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Treffen am Samstag zog wieder mehr Ehemalige an

svz.de von
erstellt am 25.Mär.2017 | 15:02 Uhr

36, diese Zahl ließ am Sonnabend viele Gesichter in der „Alten Ölmühle“ strahlen. Nach zwei, drei Jahren mit etwas weniger Resonanz waren wieder mehr frühere Beschäftigte der Ölmühle zu ihrem Jahrestreffen gekommen. So auch Marlies Hoidis, die von ihrer Tochter gedrängt worden war, mal wieder vorbeizuschauen. „Sie war auch in der Ölmühle, kann aber nicht kommen, denn sie muss arbeiten“, sagte sie. Das Wiedersehen mit ihren ehemaligen Kolleginnen und Kollegen setzte viele Erinnerungen frei. „1964 habe ich angefangen, Facharbeiter für Speiseöl und Margarine zu lernen. 1991 war ich dann bei den Letzten, habe alles gemacht was anfiel, auch in Schichten und schließlich mit das Licht ausgemacht.“

Dazwischen lagen für Marlies Hoidis spannende und wechselvolle Jahre. Schon gleich zu Anfang, als eine sechswöchige Ausbildungszeit im Margarinewerk Rostock anstand. „Für ein 16-jähriges Mädel war da vieles neu von der Straßenbahn bis zu Besuchen in der Kogge, das musste einfach sein. Das war für mich und die anderen etwas ganz anderes als wir es aus Wittenberge kannten“, erzählte die temperamentvolle Frau. Nach der Lehre folgten viele Stationen: Forschungs- und Entwicklungsabteilung, Meisterstudium, Lehrausbilder, nach einer schweren Krankheit dann der Wechsel in die EDV.

Aber die stärksten Erinnerungen weckte nicht die Arbeit, sondern das Drumherum und die ehemaligen Kollegen. So die langen Fahrradschlangen in den 60er und 70er Jahren, wenn Ölmühle, Nähmaschinenwerk und Zellwolle gestaffelt Schichtbeginn und -ende hatten und sich die Zweiradschlange durch den Bahntunnel wand und sich dann die Hauptstraßen ergoss, die damals noch wenigen Autos verdrängend.

Und das Gefühl, dass Kollegialität und die Atmosphäre besser waren als in heutigen Firmen. „Aber zum Schluss ging nicht mehr viel“, so Marlies Hoidis. Diese Einschätzung teilte spontan Brigitte Schulz, die in der Ökonomie gearbeitet hatte. Die gemeinsamen Erinnerungen zeigten aber auch, wie lange die Ölmühlenzeit zurückliegt. „Ich lebe schon 20 Jahre in Nausdorf“, meinte Marlies Hoidis etwas erstaunt und nachdenklich. „Und ich bin schon 25 Jahre in meiner neuen Firma“, meinte Brigitte Schulz ebenso überrascht.

Viele Erinnerungen weckte der Veranstaltungsraum bei Gerhard Richter. „Hier war der Saatenspeicher. Als Lehrling habe ich Rapssamen mit der Schaufel runtergeschippt“, erzählte er. „Und die alten Balken sind immer noch hier.“  

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