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Der Prignitzer

19. November 2017 | 00:42 Uhr

Wittenberge : Die Oase schließt im November

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

CJD gibt seine Gärtnerei auf. Für sieben von zehn Mitarbeitern gibt es neue Jobs.

von
erstellt am 18.Okt.2014 | 12:00 Uhr

Es ist kein Geheimnis mehr und wer auf der Quittung oder dem Briefkopf der Gärtnerei Oase in Wittenberge „in Liquidation“ liest, ahnt es seit Monaten: Der Betrieb des CJD Prignitz wird schließen. „Wir stellen den Geschäftsbetrieb zum 30. November ein“, sagt Jugenddorfleiter Lutz Behrendt. Hoffnung gibt es jedoch für die Mehrzahl der Mitarbeiter.

Die Entscheidung sei nicht leicht gefallen, aber wirtschaftlich nicht zu vermeiden gewesen. Die Gärtnerei ist eine GmbH und die erwirtschafteten Erlöse seien seit Jahren rückläufig. „Wir konnten nicht mehr investieren, nicht mehr instand halten, die verschlissene Technik nicht reparieren“, so Behrendt. Und bei der Technik seien schon lange keine Profigeräte mehr im Einsatz, sondern normale Endverbraucherware aus dem Baumarkt.

Das CJD hätte es versucht, hätte nicht sofort bei den ersten Anzeichen an eine Schließung gedacht. „Aber die Marktbedingungen in der Region entwickeln sich auf einem sehr niedrigen Niveau“, nennt Behrendt ein weiteres Problem und er braucht eine Weile, um diese Formulierung zu finden. Das lässt vermuten, dass die realen Kosten für Dienstleistungen in diesem Bereich in der Prignitz äußerst gering sind und somit auch die Gewinnmargen.

Mit den durchschnittlich zehn Beschäftigten mehr Leistungen zu erbringen, sei nicht möglich, „das lässt sich nicht endlos steigern“, so Behrendt. Die Suche nach zusätzlichen Mitarbeitern blieb erfolglos. Entweder habe die fachliche Ausbildung gefehlt oder aber berufliche Erfahrung. Am Ende blieb nur die Schließung.

Die zurückliegenden Monate habe er genutzt, um für die Beschäftigten neue Arbeitgeber zu finden. „Für sieben ist uns das geglückt. Das sind 70 Prozent und darauf sind wir stolz“, so der Jugenddorfleiter.

Besonders freue es ihn für die Behinderten. Zwei von ihnen erhalten im November nahtlos einen neuen Arbeitsplatz, für einen weiteren ergab sich ebenfalls eine Neuanstellung. Eine Mitarbeiterin trete eine Bildungsmaßnahme an und die Betriebsstättenleiterin nehme an einer Qualifizierung teil und bekomme ab dem 1. Januar einen neuen Arbeitsplatz innerhalb des CJD. Für die verbliebenen Angestellten laufen Gespräche, Lutz Behrendt mag nicht aufgeben.

Die Kunden der Oase hätten ihnen die Treue gehalten, das war wichtig, „sonst hätten wir in Insolvenz gehen müssen und für die Mitarbeiter wäre das die deutlich schlechtere Alternative“.

Neue Aufträge werden nicht mehr angenommen, obwohl es Anfragen gebe. „Wir empfehlen unseren Kunden andere Betriebe, die in unserem Segment Angebote erbringen. Man kann uns gerne darauf ansprechen“, sagt er.

Zugleich betont er, dass die Schließung der Oase nichts mit dem CJD Prignitz zu tun habe. Sie ist eine 100-prozentige Tochter des CJD Deutschland.


 

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