Eisbaden in Cumlosen : Die neue Lust am Eisbaden

Sabine und Klaus-Peter Pietsch (l.) kamen mit Freundin Simone Bucholz und fühlten sich wohl.
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Sabine und Klaus-Peter Pietsch (l.) kamen mit Freundin Simone Bucholz und fühlten sich wohl.

Brackratten begrüßen in Cumlosen befreundete Vereine und jede Menge Ersttäter / Treff jeweils sonntags

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16. November 2015, 22:00 Uhr

Neun Grad Wassertemperatur. Immerhin einstellig, kommentiert ein Eisbader im Vorbeigehen. Doch eine richtige Herausforderung sei das für echte Eisbader eher nicht. Aber dafür eine gute Einstiegsmöglichkeit in dieses Hobby.

Simone Buchholz steht zögernd am Wasser. „Ich schwimme gern, aber bisher meist in der Schwimmhalle“, sagt sie und zieht die Jacke etwas fester zu. Die Luft ist kühler als das Wasser. Ihre Freunde Sabine und Klaus-Peter Pietsch haben sie überzeugt, am Sonnabend mit nach Cumlosen zu kommen. „Ich will eine neue Erfahrung machen“, sagt Simone Buchholz selbstbewusst.

Die drei kommen aus Sachsen-Anhalt, nennen sich Frosty Koala. Erst vor sechs Jahren ist Klaus-Peter Pietsch unter die Eisbader gegangen. „Beim Fasching wurde ich immer wieder angesprochen und aus einer Laune heraus, bin ich dann am nächsten Tag mitgegangen“, erzählt er.

Seitdem fährt er gern zu Veranstaltungen, das Brackspektakel ist für ihn eine Premiere. Eine gelungene, wie er sagt, denn die Cumlosener haben ordentlich etwas auf die Beine gestellt.


Wasserwacht kam aus Perleberg


14 Vereine sind ihrer Einladung gefolgt. Eisbärenmützen, gestreifte Schlafanzüge, diverse Maskottchen wie die Ratte der Cumlosener tummeln sich am Brack. „Saisonauftakt war schon am letzten Wochenende im September“, sagt Jörg Molz. Das Brackspektakel mit Musik im Festzelt und großem Kuchenbüfett sowie mit der geheizten Sauna ist der erste Saisonhöhepunkt.

Doch auch im Sommer treffen sich die 32 Mitglieder. „Wir segeln auf der Elbe, machen mal einen Grillabend“, so Molz. Opa Ulli sei mit 75 Jahren das älteste Mitglied und Charlotte Streiter mit elf Jahren das jüngste. „Letztes Jahr bin ich mit ins Wasser gesprungen und dabei geblieben. Die Leute sind umheimlich nett, es macht Spaß“, sagt Charlotte.

Noch in Jacken gehüllt stehen Mitglieder der Wasserwacht Perleberg am Ufer. Eisbaden sei ja nicht gerade ihre Hauptbeschäftigung, aber einen Versuch ist es wert, verrät Thomas Tiburtius. Er ist seit eineinhalb Jahren bei der Wasserwacht und ihr stellvertretender Leiter.

„Am 16. Mai haben wir bei 12 Grad angebadet, ich selbst war schon mal bei 11 Grad im Wasser“, sagt er. Heute sind es nochmals zwei Grad weniger. „Das wird schon“, ist Tiburtius überzeugt und auch die Jugendlichen um ihn herum sind optimistisch.

Dagegen ist Ralph Kobert ein alter Hase. 1977 erlebte er im Eiswasser seine Premiere. „Das macht so viel Spaß, für mich kommt das gleich nach Essen und Trinken“, sagt er. Man dürfe es nur nicht übertreiben, im Zweifel lieber kürzer im Wasser bleiben und schon fühlt man sich wohl.

Das Wohlfühlen ist den Brackratten wichtig. Niemand müsse den Helden spielen. Gäste sind gern gesehen, ist gibt keinen Zwang, ins Wasser zu gehen. Treffpunkt ist sonntags um 10.30 Uhr am Brack, so Jörg Molz. Egal wir kalt oder warm das Wasser sei, die eigenen Hemmungen zu überwinden sei eine reine Kopfsache. Und außerdem gibt es ja die mobile Sauna. Ist die geheizt, kann man sich darin zunächst so richtig aufwärmen und erst dann ins Wasser gehen.

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