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Der Prignitzer

18. Dezember 2017 | 23:38 Uhr

Die Neue im Besucherzentrum

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erstellt am 27.Sep.2013 | 05:52 Uhr

Rühstädt | "Es ist für mich wie eine Rückkehr in die Region, aus der ich stamme, die ich aber in meiner Jugend nicht wirklich erleben konnte." Petra Schlaugat, gebürtige Westberlinerin und neue Leiterin des Nabu-Besucherzentrums Rühstädt, lässt wenig Zweifel daran, dass sie mit Freude an ihre neue Aufgabe geht.

Als studierte Umweltingenieurin hat die 56-Jährige mehrere Jahre im Grundwasser- und Bodenschutz gearbeitet und an zahlreichen Umweltschutzprojekten mitgewirkt. "Den Großteil meiner Berufstätigkeit war ich aber in der Umweltbildung tätig, habe beispielsweise von 2006 bis 2008 das Umwelterlebniszentrum Barnsdorf südlich von Bremen geleitet und im Anschluss auf dem Nabu-Gut-Sunder bei Hannover als Projektleiterin den Aufbau des dortigen Besucherzen trums koordiniert", sagt Petra Schlaugat. "Ich komme also mit einem anderen Hintergrund als meine Vorgängerin Kathleen Awe, die hier mit ihrer Kompetenz als Biologin seinerzeit eine gute Ausstellung aufgebaut hat."

Allerdings, merkt Schlaugat an, sei die Ausstellung in den 16 Jahren ihres Bestehens kaum überarbeitet worden. "Damals galt es als Prämisse, mit einer Ausstellung eine große Menge an Fakten und Wissen zu vermitteln. Inzwischen geht es vielmehr darum, eine zentrale Botschaft zu kommunizieren, und diese über interaktive Exponate so intensiv erleb- und erfahrbar zu machen, dass sie wirklich hängen bleibt." So sei es vorrangiges Ziel, die gut recherchierten und noch immer aktuellen naturwissenschaftlichen Fakten unter Nutzung moderner Technologien zeitgemäß aufzuarbeiten. "Besucher erwarten heute ganz einfach Bilder in HD-Qualität und Exponate zum Anfassen und Ausprobieren, wohingegen die Faktenvermittlung über Infotafeln in modernen Ausstellungen zurückgeht." Entscheidend sei zudem der sprichwörtliche "Rote Faden", der sich durch die Schau ziehen müsse und der am Ende zu einer Schluss- folgerung, zu einem Aha-Erlebnis führt.

"Die genaue Botschaft, die der Besucher am Ende mitnehmen soll, die muss ich als erstes erarbeiten. Eine gute Basis dafür ist der jetzige Titel der Ausstellung, ,Weltenbummler Adebar, der viele Ansatzmöglichkeiten bietet. In jedem Fall wird die Wanderung der Störche von Europa nach Afrika künftig eine größere Rolle spielen, so dass dieser Teil der Ausstellung ihrem Titel auch gerecht wird." Schließlich liege der Schlüssel für die erfolgreiche Zukunft des Besucherzentrums auch in der Zusammenarbeit mit der Naturwacht und dem Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe.

Jürgen Herper, Bürgermeister von Rühstädt und Ranger der Naturwacht Brandenburg, begrüßt die Nabu-Entscheidung, die Stelle im Besucherzentrum neu zu besetzen. "Es ist ein klares Bekenntnis, dass es an diesem Standort weiter geht, und das ist auf dem platten Land wahrlich keine Selbstverständlichkeit." Schließlich freut sich Herper auf die Zusammenarbeit und die fachliche Auseinandersetzung mit der "Neuen" im Besucherzentrum. "Die Chemie stimmt, und es ist immer gut, wenn ein neues Gesicht frische Impulse in so ein Besucherzentrum bringt.

Bis Petra Schlaugat in der Prignitz richtig heimisch ist, wird es allerdings noch ein wenig dauern. "Auch wenn ich alleinstehend bin, ist ein Umzug doch immer ein Kraftakt. Aber ich freue mich wirklich darauf, denn die Region ist für einen Naturfreund wie mich natürlich erste Wahl."

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