zur Navigation springen

Politik für die Jugend : Die neue Generation im Kreistag

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Robert Wüst ist mit 28 Jahren der jüngste Abgeordnete

Robert Wüst leitet den familieneigenen Metallbaubetrieb, ist stellvertretender Obermeister seiner Innung und wurde vor wenigen Tagen zum Vizepräsidenten der Handwerkskammer Potsdam gewählt. Wüst ist verheiratet und zwar glücklich, wie er betont, hat drei Kinder. Man könnte sagen, der 28-Jährige hat sein Leben geordnet, bewegt sich zeitlich am oberen Limit. Weit gefehlt. Der Pritzwalker trat erfolgreich zu den Kommunalwahlen an und ist jüngstes Mitglied sowohl im Pritzwalker Stadtparlament als auch im Kreistag.

„Es ist Zeit für einen Generationswechsel“, sagt er. Das Durchschnittsalter im Kreistag beträgt 57 Jahre. Er möchte mitgestalten. „Es stehen Entscheidungen an, die in fünf bis zehn Jahren ihre Wirkung entfalten werden und dann meine Generation betreffen. Daran möchte ich mitarbeiten.“

Er sei kein Illusionist. Der demographische Wandel sei nicht zu stoppen, „aber wir müssen versuchen, ihn einzudämmen“. Die Prignitz müsse für junge Leute attraktiver werden. Beispiel Wohnraum: Aus seiner Sicht sollte sich der Kreis für attraktive Wohnungen speziell für junge Familien einsetzen.

Beispiel Wirtschaft: „Wir brauchen den Regionalen Wachstumskern, aber wir dürfen erschlossene Bestandsflächen wie Falkenhagen nicht vernachlässigen“, sagt Wüst. Diese müssten weiter aktiv vermarktet werden.

Er sei ein Neueinsteiger, müsse sich noch orientieren, Erfahrungen sammeln, räumt Wüst ein. Zur ersten Fraktionssitzung der FDP/Freie Wähler sei er mit gemischten Gefühlen gefahren. „Die Vertreter im Pritzwalker Parlament kannte ich, aber nicht die Abgeordneten auf Kreisebene“. Doch das Treffen sei entspannt gewesen. „Alle waren total aufgeschlossen.“ Mit Karl-Heinz Vader und Karsten Krüger habe er zwei erfahrene Abgeordnete an seiner Seite. Das sei ein gutes Gefühl.

Vertreten wird Robert Wüst seine Fraktion im kreislichen Müllausschuss, der unter anderem über die Müllgebühr entscheidet, und im Werksausschuss des kreislichen Immobilienverwaltungsbetriebes.

Den letzten Impuls für seine Kandidatur hätten FDP-Mitglieder gegeben. „Ich habe mit meiner Familie gesprochen und alle stehen hinter mir“, sagt er. Der Wahlabend sei extrem spannend verlaufen. „Mit Freunden hatte ich mich zum Essen getroffen, auf unseren Smartphones verfolgten wir die Ergebnisse.“ Sein Vater Ronald sei der erste Gratulant gewesen.

Seine zwei Mandate wolle er ernst nehmen, auch wenn die Zeit gewiss knapp werde. Die Arbeit für die Handwerkskammer sei ihm ebenfalls wichtig. Während seiner zweieinhalbjährigen Mitgliedschaft im Vorstand habe er erfahren, dass man Dinge bewegen kann. „Du kennst einfach Leute, mit denen du über Probleme sprechen kannst, die dir dann auch helfen“, sagt er. Dabei gehe es ihm um die Belange des Handwerks insgesamt und nicht nur um Interessen seiner Metallbauinnung.

In der Prignitz sei das Handwerk gut aufgestellt. Wüst rechnet mit einem weiteren Aufschwung, denn in der Bevölkerung habe ein Umdenken eingesetzt, Handwerkerleistungen würden wieder zunehmend geschätzt. „Wer gute Qualität haben will, muss zwar mehr Geld ausgeben, aber dann auch nur einmal im Leben“, sagt er.


zur Startseite

von
erstellt am 30.Jun.2014 | 10:02 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen