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Kirchenkreis Prignitz : Die neue Chefin im Talar

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Eva-Maria Menard, Superintendentin des Kirchenkreises Prignitz, mit Gottesdienst gestern feierlich ins Amt eingeführt

von
erstellt am 06.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Einführungsgottesdienst gestern für Eva-Maria Menard. Seit Mitte Februar ist die gebürtige Sachsen-Anhaltinerin Perlebergerin und neue Superintendentin. Und als solche für die gesamte Prignitz und darüber hinaus zuständig. Denn auch Teile von Ostprignitz-Ruppin sowie Gemeinden in den Ländern Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, die historisch zur Prignitz zählen, gehören zum Kirchenkreis. erläutert die agile, aufgeschlossene 49-Jährige. Nicht von ungefähr, ist es doch die neue Herausforderung, die sie wollte, die man ihr dann auch angetragen hat.

Geboren in Zeitz, aufgewachsen in Annaburg, Quedlinburg, Naumburg und auch in Brandenburg, sagt sie von sich, sie sei überall zuhause ohne irgendwo richtig bodenständig gewesen zu sein. „Mein Vater ist Pfarrer, da sind wir alle zehn Jahre umgezogen“, fügt sie mit der ihr eigenen humorvollen Art an. Hinsichtlich ihrer Berufswahl sei sie daher schon erblich vorbelastet, doch „aus einem Pfarrhaus zu stammen heißt nicht automatisch, dass einem das Pfarramt vorbestimmt ist“. Ihre Geschwister hätten ganz andere Berufe ergriffen.

Das Abi aufgrund ihres kirchlichen Backgrounds nicht an der Erweiterten Oberschule machen zu dürfen, gab für Eva-Maria Menard den Ausschlag. An einer kirchlichen Schule legte sie es ab. Damit hatte sie die Wahl, entweder Theologie oder Kirchenmusik. Auch wenn sie gern singe, für Letzteres habe es nicht gereicht, räumt sie lachend ein. Also wurde es die Theologie, die sie an der Humboldt-Universität studierte.

Seit 2004 ist Eva-Maria Menard Pfarrerin, war die letzten zehn Jahre in der Berliner Gemeinde am Weinberg an der Zionskirche tätig. Sie ist verheiratet, hat zwei erwachsene Töchter und „zwei Enkeltöchter“, ergänzt sie schmunzelnd.

Die Prignitz kannte sie schon. Wittenberge, Bad Wilsnack, Putlitz, nur in Perleberg war sie zuvor noch nicht.  „Es ist ein reizvolles kleines Städtchen.“ Fasziniert sei sie von der Landschaft und von den Menschen hier – „freundliche, herzliche, kompetente Menschen, die Kirche hier gestalten“. Neu in der Wahrnehmung seien für sie hingegen die vielen, weiten Wege. „Vorher bin ich alles mit dem Rad abgefahren. Das klappt nun nicht mehr.“ So werde das Radeln jetzt zum reinen Freizeitvergnügen.

Allerdings wird jenes vorerst bestimmt etwas zu kurz kommen. Denn für die Superintendentin heißt es nun erst einmal ihren neuen Wirkungsbereich kennenzulernen. Alle Pfarrsprengel habe sie bereits angeschrieben, angeboten, sich für jeden einen Tag Zeit zu nehmen, um zu erfahren, was die Menschen umtreibt, was sie bewegt. „Bis Juni habe ich inzwischen Termine“, sagt sie.

Als eine wichtige Aufgabe sieht sie, die beiden Kirchenkreise, die zu einem fusioniert sind, auch zu einem zusammenwachsen zu lassen. Eine große Chance, ein interessantes wie spannendes Unterfangen, denn jeder habe eigene Erfahrungen, verschiedene Traditionen. Das Thema werde so sicher eine ganze Weile den Kirchenkreis beschäftigen einschließlich der Angleichung der Strukturen bis hin zu einheitlichen E-Mail-Adressen und „einer aktuellen Karte vom Kirchenkreis in der Superintendentur“, ergänzt Eva-Maria Menard augenzwinkernd.

Fragen, wie der Kirchenkreis in der Gesellschaft der Prignitz wirken und mit welchen Angeboten er auftreten wolle, gilt es zu beantworten und dann zu leben. Es gebe bereits vieles. Was lasse sich weiter ausbauen? Das Miteinander mit Kommunen, mit Vereinen und Schulen sei für ein pulsierendes Leben in der Kirche wichtig.

„Die demografische Entwicklung trifft auch uns.“ Insofern sei es wichtig aufzugreifen, was die Menschen beschäftigt, ohne zu fragen, ist der eine getauft oder nicht. „Der Glaube ist nichts außerhalb der Welt, außerhalb der Gesellschaft.“

 

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