Weiterbau der A14 : Die Nachbarn wollen 2017 bauen

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Sachsen-Anhalt kommt bei den Planungen voran und will bis 2020 fertig sein – wenn es keine neuen Klagen gibt

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16. März 2016, 12:00 Uhr

Lange Zeit schien es, dass Sachsen-Anhalt bei der Planung für die A 14 nur langsam voran kommt. Inzwischen hat das Land Brandenburg die rote Laterne übernommen, ein Ende ist nicht in Sicht.

Bei den Nachbarn gibt es aus Sicht des Magdeburger Ministeriums Fortschritte bei der Planung. Hinweise des Gerichts seien eingearbeitet, so dass ein Ende der Klagen näher rückt. Eine extra für die A 14 eingerichtete Planungsgruppe arbeite weiter mit Hochdruck, schon im nächsten Jahr könnte auf allen Abschnitten gebaut werden – so lautet die Zielstellung von Verkehrsminister Thomas Webel. Im Detail sieht es so aus.


Colbitz-Dolle


Der BUND hatte vor dem Bundesverwaltungsgericht einen Erfolg errungen. Die Planer waren gezwungen, ihren Entwurf nachzubessern: neue Umweltverträglichkeitsprüfung, neue Öffentlichkeitsbeteiligung, neue Gesamtabwägung.

Die Auswirkungen der militärischen Übungsstadt „Schnöggersburg“ und der A 14 auf die Vogelart Ziegenmelker mussten genauso ermittelt und berücksichtigt werden „wie eine mögliche, artenschutzrechtlich relevante signifikante Steigerung des Tötungsrisikos des Nachtkerzenschwärmers“, teilt das Ministerium mit. All das sei erfolgt, der neue Planänderungsbeschluss hatte bis zum 29. Februar ausgelegen. Innerhalb eines Monats kann gegen diesen jedoch erneut geklagt werden.


Dolle-Lüderitz


Aber auch ohne neue Klage könne nicht sofort gebaut werden. Das gehe nur gemeinsam mit dem folgenden Abschnitt Dolle-Lüderitz. Für diesen laufen jedoch drei weitere Klagen (BUND, Landwirtschaftsbetrieb, privater Waldbesitzer) am Bundesverwaltungsgericht.

Da aber die Ergebnisse der genannten Untersuchungen auch für diesen Abschnitt relevant und in die Unterlagen eingearbeitet seien, könnte das Gericht die Verfahren wieder aufnehmen, so Ministeriumssprecher Peter Mennicke. „Wir gehen davon aus, dass hier 2017 gebaut werden kann, wenn nicht wieder jemand klagt“, sagt er.


Lüderitz-Seehausen


Für alle folgenden Abschnitte läuft nach wie vor die Planfeststellung. Nach Kritik an der schleppenden Planung hatte Minister Webel eine separate Projektgruppe eingerichtet, die sich ausschließlich mit der A 14 befasst. Das habe sich ausgezahlt. Bis 2017 könnte überall Baurecht bestehen. „Wir gehen nach wie vor davon aus, dass die Autobahn 2020 komplett fertig sein wird“, sagt Thomas Webel.


Seehausen-Elbufer


Das gilt auch für den letzten Abschnitt von Seehausen bis zum Elbufer. Dieser galt lange Zeit als besonders knifflig.

In diesem Abschnitt sind Anschlussstellen an der B 190 sowie der L 2 vorgesehen. Im Bereich zwischen der Anschlussstelle Vielbaum (L 2) und der Landesgrenze zu Brandenburg wird die B 189 durch die A 14 überbaut.

Der langsam fahrende Verkehr, der die A 14 nicht nutzen kann, wird über das nachgeordnete Straßennetz geführt, erläutert Peter Mennicke. Die heutige K 1020 wird dazu ertüchtigt und als künftige L 38 diesen Verkehr aufnehmen.  

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