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Der Prignitzer

25. November 2017 | 01:26 Uhr

Sagenhaft : Die Märchenkönigin von Kletzke

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Marion Honzik und Darsteller sprechen im Interview über den „Froschkönig“ und die Theatergruppe Sagenhaft

svz.de von
erstellt am 27.Dez.2015 | 12:00 Uhr

„Kalif Storch“ wäre noch so ein Traum von Marion Honzik, den sie sich gerne erfüllen würde. Doch in diesem Jahr ist es erst einmal der „Froschkönig“, den die Gruppe Sagenhaft auf die Bühne bringt. Eines von vielen Märchen die unter ihrer Regie seit 2001 in Kletzke aufgeführt wurden. Redakteur Hanno Taufenbach traf vor der Aufführung die Regisseurin und mehrere Darsteller, sprach mit ihnen über Leidenschaft, Energie und Pannen.

Frau Honzik, um Sie herum bereiten sich die Leute auf das Weihnachtsfest vor. Sie basteln in dieser kalten Turnhalle am Bühnenbild. Sieht so Ihre Adventszeit aus?

Marion Honzik: Einen Tannenbaum habe ich jedenfalls noch nicht. Seit September proben wir jeden Freitagabend, in der letzten Zeit waren wir fast täglich hier.

Das ist doch Stress.

Marion Honzik: Ja, aber positiver. Ich bin gerne kreativ, mir macht das einfach Spaß. Zugleich ist es für mich ein Ausgleich. Ich arbeite in Kyritz mit seelisch benachteiligten Erwachsenen.

Wenn ich mich umschaue, sind Sie nicht allein. Sagenhaft ist eine Teamarbeit?

Marion Honzik: Ja, unbedingt. Schauen Sie, dort ist Peter Büssow, der kam direkt von der Arbeit und hat das Werkzeug gleich mitgebracht. Sein Sohn Manuel hilft auch mit. Oder dort, unser neuer Vorhang. Den hat uns eine Mutti genäht. Wir treffen uns auch im Sommer, grillen gemeinsam, so dass der Zusammenhalt nicht verloren geht.

Florentine und Charlotte Künstler: Letztes Jahr haben wir die Tauben gespielt und hatten viel Spaß dabei. Dieses Jahr mussten wir schon richtig viel Text lernen, aber wir haben damit ja schon früh begonnen.

Christine Streesow: Die beiden Schwestern sind ein totaler Gewinn. Julian ist ebenfalls neu.

Julian Büssow: Jemand hat gefehlt, ich musste einspringen. Ich bin ganz schön aufgeregt, bis jetzt war ich immer nur Zuschauer.

Wer verbirgt sich hinter Sagenhaft?

Marion Honzik: Wir sind neun Vereinsmitglieder, und ehrenamtliche Helfer. In diesem Jahr wirken zwölf Akteure mit.

Sie haben „Rapunzel“, „Der gestiefelte Kater“ oder „Die Schneekönigin“ aufgeführt. Wie lassen Sie sich inspirieren?

Marion Honzik: Ich schaue mich einfach um. Ganz oft sind Grimms Märchen unsere Grundlage, gemischt mit Disneyproduktionen oder anderen aktuellen Filmen. Unser Vereinsname steht für Sagen, für deren Inhalt wir keine Haftung übernehmen. Wir bringen nicht das Original.

Das heißt, heute werfen Sie keinen Frosch an die Wand?

Marion Honzik: Naja, wir werden ihn schubsen. Aber es spielen fünf Frösche, eine Fledermaus, ein Storch und eine Maus mit. All diese Figuren finden Sie nicht im Original. Und es wird sogar ein Froschbaby geben.

Manuela Wenzlaff: Ich spiele die Fledermaus. Mein Freund Manuel ist der Storch und sie haben mich ganz nett gefragt, ob ich mitmachen würde. In der Schule habe ich bereits Theater gespielt und die Proben liefen bis jetzt einwandfrei.

Frau Honzik, kann es sein, dass Sie Frösche mögen?

Marion Honzik: Ja, sehr sogar. Selbst mein Briefkasten ist ein Frosch.

Traditionell führen Sie das Stück zu Weihnachten auf. Warum gibt es nach all den Vorbereitungen nur einen einzigen Auftritt?

Marion Honzik: Unsere Dorfbewohner fiebern diesem Auftritt entgegen, bitten uns jedes Jahr um ein neues Märchen. Aber alle, die es sehen wollen, finden Platz. Früher sind wir noch auf andere Dörfer gegangen, das schaffen wir heute zeitlich nicht mehr, allein der Auf- und Abbau der Bühne wäre zu zeitraubend. Aber es gibt einen DVD-Mitschnitt, den man erwerben kann.

Pleiten, Pech und Pannen gab es gewiss in diesen 15 Jahren. Verraten Sie uns bitte eine.

Marion Honzik: Da gibt es einige. Einmal krachte das Bett zusammen, ein anderes mal fiel eine Tür um. Unsere Prinzessin erkrankt,e ich musste die Rolle übernehmen, kannte aber den Text nicht. Ich hing ihn mit in die Kutsche hinein. Dann sprach ich so schnell, dass mein Mitspieler seine Textpassagen dazwischen nicht aufsagen konnte. Wir haben das geschickt überspielt.

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