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Einblicke in Historischen Lokschuppen in Wittenberge : „Die Lok spricht mit Ihnen“

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Historischer Lokschuppen öffnete seine Tore erstmals nach der Winterpause für Besucher

von
erstellt am 18.Apr.2017 | 12:00 Uhr

Dirk Endisch lebt sein Hobby. Das erkennt jeder, der ihn beobachtet, wenn er Besuchern des Historischen Lokschuppens Anekdoten aus dem Leben eines Eisenbahners erzählt. So auch am Karsamstag, als Familie Dyckerhoff/von Saldern die Gelegenheit nutzte und im Museum auf dem Gelände des ehemaligen Bahnbetriebswerks vorbeischaute.

Der Lokschuppen öffnete erstmals nach der Winterpause seine Tore für das Publikum. Endisch schilderte seinen Gästen, wie man überhaupt Lokführer werden konnte. „Grundsätzlich hatte man einen Beruf im elektrischen oder metallverarbeitenden Bereich. Man musste in die Werkstatt, hatte vier Wochen Heizerausbildung und fuhr dann mit einem Lokführer mit“, so Endisch. Er zählte weitere Ausbildungsstationen auf. „Nach mehreren Jahren ist man dann fertig.“ Das sorgte für erstaunte Gesichter bei den Besuchern. „Naja, man muss ja alles kennen, ein Gefühl für die Technik bekommen. Die Lok spricht zu ihnen“, so Endisch, der auch berichtete, dass ein Lokführer zu DDR-Zeiten durch Prämien bis zu doppelt so viel verdiente, wie ein Arzt an der Charité. Hart sei die Arbeit auf einer Lok immer schon gewesen. „Im Winter musste man die Heizkohle teilweise mit einem Hammer losklopfen, wenn sie nicht mehr nachrutschte“, so Endisch, der mit einem Augenzwinkern nachschob, „wenn Sie weniger als 400 Überstunden hatten, galten sie fast als Arbeitsverweigerer“. Wie aufwendig der Dampflokbetrieb ist, zeigt der Fakt, dass eine Lok vier Wochen durchgehend lief, bis zur nächsten technischen Überprüfung. Sie wieder hochzuheizen hätte zwölf Stunden gedauert, im täglichen Betrieb unmöglich.

Für die Kinder von Marie-Clementine Dyckerhoff und ihrem Mann Wilhelm war es der erste Besuch im Lokschuppen. „Wir leben eigentlich im Sauerland und sind über Ostern zu Besuch bei meinen Eltern Clementine und Botho von Saldern“, erzählte Marie-Clementine Dyckerhoff. Dirk Endisch gewährte den Gästen dann noch einen Blick in eine 136 Tonnen schwere Dampflok.

 

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