Sagenhaftes zwischen den Jahren : „Die Leute mögen Märchen lieber“

Die Zauberin (Marion Honzik) bedrängt den Korbmacher (Peter Büssow), „klebt“ ihn am Boden fest, als er die Rapunzeln aus ihrem Garten für seine schwangere Frau ernten will.  Fotos: Birgit Hamann
1 von 2
Die Zauberin (Marion Honzik) bedrängt den Korbmacher (Peter Büssow), „klebt“ ihn am Boden fest, als er die Rapunzeln aus ihrem Garten für seine schwangere Frau ernten will. Fotos: Birgit Hamann

Nach dem Ausflug ins Komödienfach kehrte das „Dorftheater Sagenhaft“ mit „Rapunzel“ wieder zurück zu seinen Wurzeln

von
28. Dezember 2014, 22:00 Uhr

„Märchen – das erwarten inzwischen alle von uns. Wir wollten einfach mal was anderes ausprobieren“, sagte Christine Streese, eine der Aktiven im Verein „Dorftheater Sagenhaft“ noch vor Jahresfrist. Damals hatte sich die Truppe aus Kletzke für die Weihnachtskomödie „O(je)h du Fröhliche“ von Wolfgang Binder entschieden und sie in der Turnhalle, dem angestammten Spielort, zur angestammten Zeit – zwischen Weihnachten und Silvester – zur Aufführung gebracht.

Gleiche Zeit, gleicher Ort, altes Metier hieß es nun jedoch in diesem Jahr. „Sagenhaft“ begab sich wieder zurück in die Welt der Märchen. „Die Leute mögen das einfach lieber“, fasst Christine Streese das Feedback auf den Komödien-Ausflug zusammen. Schnell war bereits Ende 2013 die Entscheidung zugunsten von „Rapunzel“ gefallen. „Da halten wir uns eigentlich nie lange bei der Vorrede auf. Schon heute Abend, nach der Vorstellung, setzen wir uns zusammen und kreisen die Märchen-Idee für 2015 ein“, verriet Christine Streese dem „Prignitzer“ am Sonnabend kurz vor der Aufführung.

Im September begannen die regelmäßigen Proben. Die Darsteller – Marion Honzik, Peter Büssow, Nicole Fedrau, Sarita Helbig, Martin Lietzke und Günter Szusdziara mit Charlotte und Florentine Künstler, die die Tauben spielten – sind ein eingeschworenes Team. Dennoch ist der Aufwand, den der Verein 2001 gegründete Verein jedes Jahr betreibt, enorm, wenn man bedenkt, dass es immer nur eine einzige Aufführung gibt. Eine zweite Vorstellung, z. B. im Sommer, sei nicht zu schaffen. „Wir haben so wenig Zeit, die meisten gehen arbeiten“, sagt Christine Streese.

Wer also die in jeder Hinsicht einzigartigen Aufführungen des „Dorftheaters Sagenhaft“ sehen möchte, muss den Termin zwischen Weihnachten und Silvester nutzen. Das taten auch dieses Mal wieder gut 100 Gäste und erfreuten sich an den kurzweiligen 60 Märchen-Minuten. Mitglieder des Sportvereins TuS Kletzke sorgten für die Verpflegung der Besucher. Und, damit „Rapunzel“ noch lange im Gedächtnis bleibt, hatte sich der Verein dieses Mal noch etwas Besonderes ausgedacht: Die Gäste durften vier Rapunzel-Rezepte, also Rezepte mit Feldsalat, mit nach Hause nehmen. Für die Bühnenausstattung hatte Christine Streese übrigens selbst im Sommer Rapunzeln (Feldsalat) ausgesät. Obwohl sie keine Zauberin ist, gediehen die kleinen, grünen Köstlichkeiten auch in ihrem Garten prächtig. Eine Lösung musste das Team auch für Rapunzels langen Zopf finden: „Der ist aus 25 Führ-Stricken handgemacht und ganz schön schwer“, so Streese. Das Gemeinschaftsprojekt wurde wieder von der freiwilligen Feuerwehr, der Gemeinde Plattenburg sowie von der Agrargenossenschaft und der Fleischerei Hildebrandt unterstützt, außerdem von den Familien und Freunden der Darsteller.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen