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Friedhof Wittenberge : Die letzte Ruhestätte unter Bäumen finden

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

18 Douglasien sollen für die Einrichtung eines neuen Grabfeldes fallen / Ausschuss widerspricht

Auf dem Wittenberger Friedhof, der ja bekanntlich den Beinamen Waldfriedhof trägt, sollen künftig auch Baumbestattungen möglich sein. Und das so schnell wie möglich, sagen Betriebshofchef Andreas Grieswald und Friedhofsverwalter Ingo Lipinski. Der Grund ist simpel. Andreas Grieswald erklärt: Die Nachfrage nach dieser Art von Bestattungen nimmt schnell zu. Wir wollen dem Rechnung tragen.“

Respekt, Ehrfurcht, Pietät sind die Worte, die den meisten Menschen im Zusammenhang mit der letzten Ruhestätte von Verstorbenen zuerst einfallen. Das schließt aber nicht aus, dass ein Friedhof auch unter wirtschaftlichem Aspekt betrachtet werden muss. Mit anderen Worten, wer seinen lieben Nächsten nicht auf dem Wittenberger Friedhof zur letzten Ruhe betten lassen kann, wählt vielleicht einen anderen Friedhof in der Nähe aus.

In diese Situation solle niemand gebracht werden, sagt der Betriebshof. „Wir arbeiten seit längerem an der Umsetzung dieser Idee auf unserem Friedhof“, sagt Grieswald. Ein rund 2000 Quadratmeter großes Gräberfeld, als C5 im Friedhofsplan ausgewiesen, ist für die Bestattung unter Bäumen ausersehen, erklärt der Friedhofsverwalter. Die Fläche befindet sich linksseitig des Friedhofseingangs vom Düsterweg. Dort sollen junge Bäume gepflanzt werden. Um diese Bäume herum werden Urnen im Kreis, möglich ist auch im Doppelkreis, angeordnet. Die Friedhofsverwaltung plant für Wittenberge ausschließlich Urnenbestattungen an bzw. unter Bäumen, sagte Grieswald dem „Prignitzer“ und verwies auf eine Besonderheit. Bei den Urnen solle es sich um leicht vergängliches Material handeln. So dass schließlich nur die Kapseln mit der Asche der Verstorbenen erhalten bleiben. Die Planungen sind jetzt so weit fortgeschritten, dass Betriebshof und Friedhofsverwaltung sie in dieser Woche den Mitgliedern des Werkausschuss vorstellen konnten. Das Gremium unter Leitung von Lutz Dieckmann hat keine Bedenken. Ganz im Gegenteil, es steht der Idee aufgeschlossen gegenüber.

Trotzdem gab es auf der Sitzung am Donnerstagabend noch kein grünes Licht, sofort mit der Umsetzung der Pläne zu beginnen. Der Grund sind 18 Douglasien. Der Betriebshof will sie fällen, um das neu zu gestaltende Grabfeld weitgehend frei zu bekommen. Er hat den Antrag zum Fällen beim Bauamt gestellt. Dem Werkausschuss geht die Aktion zu weit. Bernd Gerhardt (FDP)positionierte sich: „Ich bin dagegen, dass alle 18 Bäume ad hoc gefällt werden.“ Er erwartet, dass erst einmal geprüft wird, ob sofort die gesamten 2000 Quadratmeter Fläche für Baumbestattungen benötigt werden. Ausschusschef Dieckmann: „Ich plädiere erst einmal für eine Teilfällung.“ Dem folgen Dr. Gisela Bartels (CDU) und Dora Wrede (Linke). Sie dringen wie Bernd Gerhardt darauf, dass sich die Abgeordneten, bevor ein Baum fällt, an Ort und Stelle selbst ein Bild machen. Das soll in Kürze geschehen.

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erstellt am 25.Jan.2014 | 12:00 Uhr

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