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Lesestoff aus der Prignitz : „Die Legende von Bergenwitt“

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Andreas Mummhardt aus Breese hat einen Fantasyroman geschrieben. Wir stellen Buch und Autor vor.

svz.de von
erstellt am 10.Mär.2017 | 21:00 Uhr

Trolle, Riesen, Feen und Elfen, böse Könige, die zu Helden werden: ein buntes Volk tummelt sich da im fiktiven Königreich Verlaund. Als Leser kann man sich in die ungewöhnliche Fantasiewelt der „Zwergtrolle“ hineinschmökern und der Frage auf den Grund gehen, was es mit der „Legende von Bergenwitt“ – so der Untertitel – auf sich hat. Geschrieben hat das Buch ein Prignitzer: Andreas Mummhardt aus Breese.

Das Fantasy-Genre erfreut sich seit der Harry-Potter-Reihe bei der kleinen wie großen Leserschar wachsender Beliebtheit. Doch trotz aller Fabelwesen bleiben die Konflikte der Hauptfiguren immer zutiefst menschlich. „Ich habe mich gefragt, was würden meine Kinder gerne lesen“, erklärt der dreifache Familienvater den Prozess der Ideenfindung im Gespräch mit unserer Zeitung. Seine beiden Jungs im Alter von zwölf und 13 Jahren würden zwar nicht so viel lesen, aber wenn dann würden am ehesten fantastische Geschichten sie mitreißen. Die Tochter ist erst sechs.

Das Buch beginnt turbulent. Drei Königreiche liegen miteinander im Streit. Elnic, Sohn des bösen Königs, stiftet einen Riesen an, eine schöne Königstochter zu entführen. Allerdings hat diese eine Schar von Zwergtrollen als Aufpasser in ihrer Nähe. Die Königinmutter will ihre Tochter suchen und verlässt mit ihrer versammelten Streitmacht ihre Heimatburg Bergenwitt. Im Keller der Burg soll sich ein geheimnisvoller Schatz befinden. In aller Kürze ist das erst der Auftakt zu der rasanten Geschichte. Mummhardt entfaltet verschiedene Handlungsstränge, die aber miteinander zu tun haben. Wie, das wird natürlich erst am Ende aufgelöst. So viel sei verraten: Nichts spricht gegen ein Happy End. Angefangen habe er mit dem Schreiben während seiner Schulzeit im altmärkischen Seehausen. Goethes „Prometheus“ stand auf dem Lehrplan. Die Schüler sollten den Text umdichten. „Ich fand das toll und habe dann angefangen, lustige Gedichte zu schreiben. Im Stil von Heinz Erhardt. Das war mir aber bald nicht genug“, erinnert sich der 37-jährige.

Die erste Kurzgeschichte folgte. Als dann genug Übung da war, habe der Gedanke nahe gelegen, sich mal an der Königsdisziplin auszuprobieren: dem Roman. Etwas Fantastisches sollte es sein, nichts zieht so sehr in den Lesestrom hinein wie Fabelwelten, in denen die ewigen Konflikte des Daseins ausgetragen werden. Zwei Wochen lang hat er seine Ideen gesammelt und zu einem Spannungsbogen verarbeitet. Danach hieß es über ein knappes Jahr, jeden Tag ein bis zwei Seiten Text zu verfassen. Eines der großen Geheimnisse ist, wie Fantasy-Autoren auf die mitunter seltsamen Namen für ihre Sagengestalten kommen. Die Burg Bergenwitt verdankt sich einer Anleihe an Wittenberge, verrät Mummhardt. Auch ein großer Fluss durchschlängelt die Sagenwelt, man könnte die Elbe darin vermuten. Der Name Elnic ist zusammengesetzt aus den Vornamen seiner Söhne, Elias und Yannick. Und die Konflikte der Protagonisten seien typischerweise eben auch die Probleme von Heranwachsenden, erklärt Mummhardt. „Es geht darum, Ängste zu verarbeiten, erste Verluste im Leben auszuhalten.“ Und der Effekt, die Jungs zum Lesen zu animieren, hat sich auch schon erfüllt, denn das Buch hat es bereits in die Schule geschafft: „Einer meiner Söhne musste einen Buchvortrag halten. Die Zensur dafür war gut“, freut sich der Autor und Vater.


„Kommt Zeit, kommt Roman...“


...sagt Andreas Mummhardt in Abwandelung des bekannten Sprichworts. Ein zweiter Roman kommt bestimmt, ist sogar schon in Arbeit. Es interessiere ihn einfach selber zu sehr, wie es sich für ihn mit der Schreiberei und den Geschichten nach dem Abschluss der Zwergtrolle weiterentwickeln würde. Neben Job und Familie, woher nimmt er da die Energie für die Nächte am Schreibtisch? Ein bisschen stamme die Begeisterung aus dem Dilemma seiner Lebenssituation: „Wir haben eine Ausbildung, einen Job, wir sind verheiratet und haben Kinder. Wir sind eigentlich fertig“, reflektiert Mummhardt schmunzelnd. Da komme ein Hobby mit Buchstaben gerade recht, das Ausgleich und Ergänzung zum Alltag mit den Zahlen ist, mit denen er als Energielogistiker bei den Wittenberger Stadtwerken zu tun hat. Und wenn es dann auch noch Lesern Freude bringe: Um so besser.

Glück hatte Andreas Mummhardt mit seinem Verlag: Er konnte sein Buchprojekt praktisch kostenfrei auf die Beine stellen.

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