Von Elmshorn nach Wittenberge : Die „Klostersande“ ist auf dem Weg

Dienstag 9.05 Uhr:  Die „Klostersande“ passiert das Krückausperrwerk, dreht dann voll auf Richtung Elbe.
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Dienstag 9.05 Uhr: Die „Klostersande“ passiert das Krückausperrwerk, dreht dann voll auf Richtung Elbe.

Hans Holm vom Wittenberger Stadthafen erinnert sich an der Elmshorner Schiff

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18. Mai 2017, 12:00 Uhr

Wenn der ehemalige Getreidefrachter „Klostersande“ – aus der Partnerstadt Elmshorn kommend – morgen in Wittenberge festgemacht hat, „dann werde ich mich wohl auch auf den Weg zum Hafen machen“, sagt Hans Holm. Der heute 78-Jährige war an die 40 Jahre im Hafen in der Bad Wilsnacker Straße beschäftigt, die überwiegende Zeit beim VEB Binnenhäfen Mittelelbe Magdeburg, zu dem der Stadthafen zu DDR-Zeiten gehörte. Das war auch jene Zeit, in der die „Klostersande“ für das Elmshorner Haferflockenunternehmen Peter Kölln Getreide in Wittenberge lud. Holm sagt: „Ich kann mich an die ,Klostersande’ erinnern.“ Dieses und ein weiteres Schiff wären recht regelmäßig in Wittenberge gewesen. Im Stadthafen agierten vor der Wende zwei Betriebe. „Wir vom VEB Binnenhäfen Mittelelbe waren für den normalen Umschlag zuständig. Dem VEB Getreidewirtschaft gehörten die Speicheranlage.“ Dort sei die „Klostersande“ einer der vielen Kunde gewesen. Erst nach der Wende wurden beide Bereiche von einem Konsortiums übernommen, erinnert sich Bärbel Straßburg. Die Wittenbergerin war über 40 Jahre im Hafen tätig, nach der Wende lag die Leitung lange in ihren Händen.

„Man hatte ja nicht so viel miteinander zu tun“, erinnert sich Hans Holm, „aber ab und an schaute der Schiffer von der ,Klostersande’ bei mir in der Hafenwerkstatt vorbei, wenn mal schnell was zu löten oder eine Kleinigkeit zu reparieren war.“ Dann kam die Wende, „der Getreideumschlag für Elmshorn wurde eingestellt“.

An eine Begegnung kurz nach der Wende erinnert sich Holm aber noch genau: „Der Schiffer, den Namen weiß ich nicht mehr, erzählte mir, dass er beim Chef der Getreidewirtschaft in Perleberg war. Da sei dann auch die Rede darauf gekommen, dass es doch eine tolle Sache wäre, wenn Wittenberge und Elmshorn Partnerstädte würden. Das müsste man mal mit dem Bürgermeister besprechen“. Das sei dann wohl der Anstoß für die Partnerschaft gewesen, meint Holm.

Und nun kommt das Schiff, das ein Elmshorner Verein vor der Schrottpresse rettete, nach so vielen Jahren noch einmal nach Wittenberge. Morgen gegen 11 Uhr soll es im Nedwighafen festmachen. An Bord eine Crew von elf engagierten Männern aus der Partnerstadt.

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