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Der Prignitzer

23. November 2017 | 15:31 Uhr

Die Klaus-Vogel-Perspektive

vom

Der Essener Kameramann und Journalist Klaus Vogel kam durch einen Schicksalsschlag zur Drohnen-Fotografie und lieferte eindrucksvolle Elbbilder - unter anderem von der Flut in Wittenberge.

svz.de von
erstellt am 21.Jun.2013 | 08:01 Uhr

Prignitz/Essen | Er hat seine Drohne im Griff: Klaus Vogel aus Essen. Gemeint ist natürlich keine Drohne im militärischen Sinne, sondern ein ferngesteuerter Mini helikopter mit einer daran montierten Fotokamera. Der Essener Fotograf und Kameramann ist viel unterwegs. In der ersten Juniwoche hatte er zwischen zwei Terminen noch ein wenig Zeit und fuhr Richtung Plau am See.

"Auf meinem Weg habe ich festgestellt, dass die Elbe wahnsinnig hoch steht, bin von meiner ursprünglich geplanten Route abgewichen und Richtung Wittenberge gefahren", erzählt Vogel. Dort ließ er den so genannten DJI-Kopter aufsteigen. Die kleine Hochleistungskamera lieferte spektakuläre Luftaufnahmen vom imposant gefüllten Bett der Elbe in Wittenberge. Die stellte Klaus Vogel freundlicherweise der Wittenberger "Prignitzer"-Redaktion zur Verfügung, kam persönlich mit den Bildern in der Wilhelmstraße vorbei.

Der Essener kann auf einschlägige Hochwassererfahrungen verweisen: Vor rund 17 Jahren machte er sich selbstständig, war als Kameramann und freiberuflicher Journalist unter anderem für das Format "stern TV" unterwegs. "Mein erster größerer Auftrag als freier Redakteur war ein Hochwasser in Holland. Wenn ich die Bilder jetzt hier sehe, kommt das alles wieder hoch. Schlimm, was die Menschen erdulden müssen."

Die Arbeit als Freiberufler lief gut - bis vor fünf Jahren. Da ereilte Klaus Vogel ein Schlaganfall. "Es sah zunächst ganz schlecht aus. Meine rechte Körperhälfte war gelähmt, das Sprachzentrum im Gehirn beschädigt", erinnert sich der heute 60-Jährige. Er ließ sich nicht entmutigen, nahm den Kampf auf. Die meisten Fähigkeiten sind heute wiederhergestellt. Nur die Arbeit als Redakteur und Kameramann konnte er in der Form nicht wieder aufnehmen.

Heute arbeitet Klaus Vogel für die Firma Hase Spezialräder. Bei seinem eigenen Genesungsprozess kam ein solches Spezialrad zum Einsatz. Ganz ohne Filmen und Fotografieren wollte Klaus Vogel dennoch nicht sein. "Ich bin ein Träumer", sagt er über sich selbst. Er wusste, dass sich bereits vor einigen Jahren Kameraleute und Fotografen mit Erfolg auf das Drohnen-Verfahren spezialisiert hatten. "Nur so konnten schließlich Filme, wie Deutschland von oben entstehen", erläutert der Experte. Klaus Vogel recherchierte den Markt, fand heraus, dass da durchaus noch Platz für den einen oder anderen Kameramann ist - und verwirklichte seinen Traum. Und den nächsten träumt er bereits: Den von einer größeren Drohne. "Die hätte dann eine Funkübertragung zum Boden. Man kann also unten sehen, was man oben im Visier hat. Und damit könnte ich auch Videos drehen", schwärmt Klaus Vogel.

Mal sehen, was die Zukunft bringt. Vielleicht schneit Klaus Vogel ja demnächst mit einem Film in die Redaktion, der interessante Ausblicke oder Veranstaltungen von oben zeigt - eben im wahrsten Sinne des Wortes aus der Vogel-Perspektive.

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