zur Navigation springen

Wittenberge : „Die Kinder werden mir fehlen“

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Kita-Chefin Heidi Bartoll und ihre Kollegin Christiane Fromberg aus dem „Märchenland“ wurden in den Ruhestand verabschiedet.

von
erstellt am 09.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Wo anfangen und wo aufhören, wenn man 41 Jahre im Kindergarten bzw. in der Kita, davon 27 Jahre als Leiterin, Revue passieren lassen will? Viele Sätze, viele Wörter könnten, müssten dazu gesagt werden. Der wichtigste Satz für Heidi Bartoll ist: „Die Kinder werden mir fehlen.“ Die Kita-Chefin geht in den Ruhestand. Heute hat sie in der Kita „Märchenland“ in der Sandfurttrift ihren letzten Arbeitstag.

Die offizielle Verabschiedung fand schon am vergangenen Freitag statt. Es war der letzte Tag vor den Betriebsferien, so dass sich auch die Kinder verabschieden konnten. Auch Bürgermeister Oliver Hermann war gekommen. Seine besten Wünsche für die neue Lebensphase galten Heidi Bartoll ebenso wie ihrer Kollegin Christiane Fromberg. Wie Heidi Bartoll ist auch sie studierte Kindergärtnerin, erwarb ihren Abschluss an der Pädagogischen Fachschule in Schwerin. „Es ist ein wunderschöner Beruf, auch nach so vielen Jahren. Mit Kindern zu arbeiten, ist eine große Freude und Verantwortung zugleich“, sagt sie. 45 Jahre arbeitete Christiane Fromberg als Kindergärtnerin, war in den Einrichtungen Weisener Straße, Parkstraße, Dr.-Gebauer-Straße und seit 2004 in der Kita „Märchenland“ in der Sandfurttrift beschäftigt. Als Heidi Bartoll sich zum Abschied bei ihren Mitarbeitern herzlich für die Zusammenarbeit bedankte, erwähnte sie Mitstreiterin Christa Fromberg extra als Kollegin, „auf die ich wirklich stets zählen konnte, die einfach immer da war, wenn man jemanden brauchte“.

Zählen konnte die scheidende Leiterin, wie sie sagt, auch immer auf ihre Familie mit „meinen beiden wunderbaren Töchtern“. Besonders die Jahre nach der Wende brachten viel Unruhe, erinnert sich Bartoll. Ja, mit Beginn der neuen Zeit wurde die Individualität der Kinder mehr gefördert. „Das ist gut“, sagt die erfahrene Pädagogin. Sie hat aber auch erlebt, wie die Angst um den Arbeitsplatz, die Eltern und Erzieher plötzlich haben mussten, sich auf die Kinder auswirkte. Einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz gab es erst für Mädchen und Jungen ab drei Jahren. Erzieher wurden nicht mehr benötigt. Häufige Wechsel und Kurzzeitbeschäftigungen von Mitarbeitern wurden üblicher. Rückblickend stellt Heidi Bartoll fest: „Ich hatte in keinem der letzten 27 Jahre kontinuierlich das gleiche Team.“ Und trotzdem oder vielleicht auch gerade deshalb hätte man im Interesse der Kinder immer sehr eng zusammengestanden. Nicht leichter macht die Arbeit, dass Heidi Bartoll als Kita-Leiterin mit zwei getrennten Häusern von der Stadt eine tägliche Arbeitszeit von sechs Stunden pro Tag – auf dem Papier – zugestanden bekam. Die Kita „Märchenland“ ist die einzige Kindertagesstätte in der Stadt in Trägerschaft der Kommune. Mit der vor wenigen Wochen verabschiedeten Kita-Entwicklungskonzeption besteht nach ungewissen Jahren nun Klarheit, „der Standort hier ist gesichert“. Als der Bürgermeister das bei der Verabschiedung von Heidi Bartoll und Christiane Fromberg sagt, gab es Beifall. Sieben Chefs bei der Stadt hatte Bartoll in ihren 27 Leiterjahren, „die alle ein Herz für Kinder hatten bzw. haben“. Und wenn sie einen besonders hervorheben sollte? „Dann ist es Cornelia Steht mit ihren klugen Ratschlägen und mit ihrer Tatkraft. Sie war unabhängig von ihrer Arbeitszeit da, wenn man als Einrichtung seinen Träger benötigt.“

Stichwort „benötigen“: Unbedingt erwähnen will die scheidende Leiterin den Förderverein ihrer Kita, „der besonders nach der Wende Pionierarbeit geleistet hat“.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen