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Der Prignitzer

12. Dezember 2017 | 07:36 Uhr

48-Stunden Aktion : Die Jugend packt mit an

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

48-Stunden-Aktion am Gästehaus in Groß Woltersdorf

von
erstellt am 28.Apr.2014 | 12:00 Uhr

Die Jungen schippen Sand in die Baugrube, wo das Trampolin stehen soll. Fabian Dreger fährt mit dem Rasentraktor das Unkraut weg, und Meike wischt sich einen Farbklecks aus dem Gesicht. Ihr T-Shirt sieht bunt gesprenkelt aus, aber Meike lacht und sagt: „Das macht nichts.“ Die Zwölfjährige beteiligt sich zusammen mit 22 anderen Kindern und Jugendlichen an der 48-Stunden-Aktion der Berlin-Brandenburgischen Landjugend (BBL) in Groß Woltersdorf.

Sie wollen das Gelände am Jugendgästehaus des Wahrbergevereins verschönern. Sie errichten nicht nur ein Trampolin, sondern bauen auch einen Basketballkorb an, streichen den Zaun. Den kleinen Bachlauf entlang der Straße befreien sie vom Unkraut. „Wenn wir es schaffen, werden wir noch den Spielplatz aufräumen“, sagt Hanne Vettin, Jugendsozialarbeiterin in der Gemeinde Groß Pankow (Prignitz).

Am Freitag sind die Kinder aus verschiedenen Dörfern angereist, haben am Nachmittag mit den Arbeiten begonnen. Abgesehen von den gemütlichen Abenden und der urigen Übernachtung in Blockhütten haben sie bis gestern Mittag kräftig gewirbelt. „Ich fand die Aktion im letzten Jahr schon gut und zu Hause ist es doch viel langweiliger“, meint Rene Schweitzer, mit 17 Jahren der Älteste in der Jugendgruppe. „Mir macht es einfach Spaß, mit den anderen zusammenzuarbeiten“, ergänzt der elfjährige Leon, der schon das vierte Jahr in Folge teilnimmt.

Halldor Lugowski freut sich über so viel Tatkraft. Der Vorsitzende des Wahrbergevereins lobt die Kinder: „Sie haben wirklich Spaß an der Arbeit. Später werden sie schätzen und pflegen, was sie heute schaffen.“ Das Gästehaus mit seinen 32 Schlafplätzen gibt es seit 1997 und erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Im Sommer sei es durchweg ausgebucht. Mit den neuen Spielmöglichkeiten werde es nun noch attraktiver. Auch das CJD arbeite heute mit.

Lugowski ist nicht der einzige Erwachsene, der an diesem Wochenende auf Privates verzichtet. CDU-Bürgermeister Thomas Brandt beteiligt sich ebenfalls an der Aktion und Landratskandidat Torsten Uhe (parteilos) hat seinen feinen Zwirn vom Unternehmerball am Freitag gegen rustikale Arbeitsklamotten eingetauscht. Die Männer haben den Basketballkorb angeschraubt und wollen ihn nun an der Wand befestigen. Das braucht seine Zeit, aber auf die Uhr schaut hier niemand.

Die BBL organisiert jährlich die 48-Stunden-Aktion. In der Vergangenheit haben die Jugendlichen in Kuhsdorf und Kehrberg gearbeitet, haben den Wahrbergeverein am Zeltplatz, an der Sommerrodelbahn und im Waldlehrpark unterstützt. Vom 9. bis zum 11. Mai werde es noch einen Einsatz an der Grundschule in Groß Pankow sowie am 8. und 9. Mai in Wolfshagen geben, blickt Hanne Vettin schon mal voraus.

Seit 2006 nimmt sie als Betreuerin an der 48-Stunden-Aktion teil, und bisher sei es nie ein Problem gewesen, die Heranwachsenden dafür zu motivieren, sagt sie und sorgt jetzt erst einmal dafür, dass die jungen Bauarbeiter ein Eis bekommen.


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