Dahses feiern : Die Ideen gehen ihnen nicht aus

Herzlich empfangen Dagobert (l.) und Dietmar Dahse ihre Gäste: Doreen Emme-Thies, Antje Schmidt und Carina Kollex (v. l.). Mit Freunden und Geschäftspartnern feiern die Brüder ihr 20-jähriges Jubiläum.
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Herzlich empfangen Dagobert (l.) und Dietmar Dahse ihre Gäste: Doreen Emme-Thies, Antje Schmidt und Carina Kollex (v. l.). Mit Freunden und Geschäftspartnern feiern die Brüder ihr 20-jähriges Jubiläum.

Dietmar und Dagobert Dahse feiern 20 Jahre Kuhstall auf ihrem Erbhof in Glövzin. Die Geschichte ihres Erfolgs ist eine Familiengeschichte

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03. April 2017, 12:00 Uhr

Er spricht von Stolz, von Dankbarkeit und von dem bisher nicht eingetretenen größten anzunehmenden Unfall: „Du wachst morgens auf und es kommen keine Gäste.“ Das haben Dietmar und Dagobert Dahse in 20 Jahren nicht erleben müssen. Im Gegenteil. Die Geschichte ihres Gasthofes in Glövzin ist eine Erfolgsgeschichte. Sie basiert auf einer Rezeptur von Ideen, Bescheidenheit und Familiensinn. Am Sonnabend feierten die Brüder mit Freunden und Geschäftspartnern ihr Jubiläum.

1990 eröffneten sie ihre erste Gaststätte, doch schnell wurde ihnen klar: „Davon allein können zwei Familien nicht leben“, sagt Dietmar Dahse. Der elterliche Hof schien wie gemacht wie für ein gastronomisches Abenteuer: Der Kuhstall, die große Scheune wo sie als Kinder im Stroh spielten. „Gasthäuser mit weißen Tischdecken und Blumen darauf gab es mehr als genug. Wir wollten etwas anderes. Mit dem umgebauten Hof unseres Vaters verkaufen wir den Gästen ein Stück Illusion. Das mögen die Leute“, beschreiben Dahses ihre Philosophie.

Die Entscheidung für ein Steakhaus war der zweite Eckpfeiler ihres Erfolgs. In ganz Deutschland schauten sie sich Steakhäuser an, fanden in Lübeck einen Geschäftsführer, der ihnen wertvolle Tipps gab. Bis heute dominieren saftige Steaks aus Südamerika und seit kurzem auch aus der Prignitz die rustikal gehaltene Speisekarte. Die Kunden scheinen es zu lieben. Einen Tisch am Wochenende gibt’s nur mit einer Reservierung. Gäste halten den Brüdern über Jahre die Treue: „Manche Familien haben bei uns ihre Taufe gefeiert und die Kinder später ihre Hochzeit.“

Ideen gehen ihnen nie aus. „Heute sprudeln sie zwar weniger, wobei Dagobert gerade erst beim Frühstück wieder eine präsentierte, die wir auch umsetzen wollen.“ Diese Variation aus eigenen Ideen und deren Verwirklichung macht für die Brüder den besonderen Reiz ihrer Tätigkeit aus.

Die Gäste feiern, die 25-köpfige Mannschaft im Hintergrund arbeitet. „Eine Show gehört dazu, aber Gastronomie bedeutet in erster Linie harte Arbeit. Das wollen wir nicht verschweigen, aber den Gästen dies nicht spüren lassen.“

Sie seien stets bescheiden geblieben. Investiert wurde nur im überschaubaren Rahmen. Jüngst eröffneten sie ihren Wintergarten. „So können auch unsere Gäste immer wieder etwas Neues entdecken“, sagen sie.

In alle den Jahren hätten sie an vieles geglaubt, „nur nicht daran, dass es daneben geht“. Sie vertreten die Prignitz seit Jahren auf der Grünen Woche und gehörten zu jenem erlesenen Kreis von hiesigen Gastronomen, die 2013 im Bundestag für die Politprominenz kochen durften.

Ihr Können haben sie an Azubis weiter gegeben. Zwei Drittel ihres heutigen Personals ist selbst ausgebildet. Zwei ihrer Lehrlinge schafften es bis ins Bundesfinale eines Kochwettbewerbs, einer steht heute beim Starkoch Tim Mälzer am Herd. Die letzte ganz große Entscheidung für die Zukunft haben sie ebenfalls schon getroffen. Dagoberts Sohn Johannes und Dietmars Tochter Nina werden den Betrieb am 1. April 2023 übernehmen. Das haben sie kürzlich per Handschlag im Keller ihre Hauses besiegelt. „Dann können sie eines Tages sagen, dass sie ganz unten angefangen haben“, lacht Dietmar Dahse.

Ob die Brüder sich dann ganz aus dem Tagesgeschäft zurückziehen werden, bleibt abzuwarten. Vielleicht machen Sie es ja wie ihre Mutti Marianne. Die 85-Jährige kocht fast täglich für die Familie Mittag, pflegt die Außenanlagen und all die vielen Blumen. „Wie leben Familie“, sagen Dietmar und Dagobert Dahse.

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