Betrugsversuch in Wittenberge : Die Gefahr am Telefon

Bei dubiosen Anrufen stets am besten auflegen.
Bei dubiosen Anrufen stets am besten auflegen.

90-jährige Wittenbergerin berichtet von einem versuchten Geldbetrug

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03. Mai 2017, 21:00 Uhr

Immer wieder geben sich Telefonbetrüger als Polizisten aus und versuchen so, ältere Menschen um ihr Erspartes zu bringen. So erging es vergangene Woche auch einer 90-jährigen Wittenbergerin. Wir berichteten über den Vorfall in unserer Ausgabe vom 27. April.

Nun meldete sich die Rentnerin bei uns, um ihre Geschichte zu erzählen und so auch vor der Betrugsmasche zu warnen. „Vergangenen Dienstag erhielt ich am frühen Abend einen Anruf. Der Mann wollte wissen, wie viel Geld ich im Haus habe und welche Wertsachen ich sonst noch besitze“, schildert die Dame, die nicht namentlich genannt werden will, gestern im Gespräch. Sie habe gar nicht gewusst, worum es eigentlich geht. „Ich wurde dann zu einem zweiten Mann verbunden. Der war sehr herrisch. Er fragte mich, wie viel Geld ich auf dem Konto habe. Ich sagte ihm dann die Summe. Das ist natürlich falsch und es ärgert mich im Nachhinein auch“, so die betagte Seniorin.

Als Grund für den Anruf gaben die falschen Polizisten an, sie hätten eine bulgarische Bande festgenommen, bei einem Mitglied wäre ein Notizbuch gefunden worden mit dem Namen der Seniorin. „Sie wollten einen Streifenwagen bei mir vorbeischicken, weil bei mir eingebrochen werden sollte. Ich sollte anrufen, wenn ich ins Bett gehe. Das kam mir alles spanisch vor. Ich habe dann die 110 angerufen.“ Die richtige Polizei schickte abends einen Wagen zur Kontrolle vorbei. Gegen 23.45 Uhr klingelte am Dienstagabend das Telefon, die Rentnerin nahm aber nicht ab. „Ich habe einen Sessel an meine Wohnungstür gestellt und die ganze Nacht dort verbracht. Ich war sehr aufgeregt.“ Am Mittwoch ging die Masche dann weiter. Ein anderer Mann rief an und wollte, dass die Frau ihre Ersparnisse vom Bankkonto holt. „Er sagte, bei der Bank gebe es einen Spion, mein Geld sei dort nicht sicher.“ Der Bankmitarbeiterin sollte die 90-Jährige erzählen, dass sie das Geld brauche, weil sich ihr Enkelsohn ein Auto kaufen wolle. „Die Frau erklärte mir, dass ich ein Formular ausfüllen müsse. Ich bin dann erstmal wieder ohne Geld nach Hause.“ Gegen Mittag erfolgte ein Kontrollanruf. Immer wieder versuchten die Betrüger, die klares Deutsch sprachen, die Rentnerin zu überzeugen, das Geld abzuheben. Letztlich blieb die Seniorin standhaft, die Täter gaben auf.

Die Polizei rät, am Telefon keine Einzelheiten zu familiären und finanziellen Verhältnissen preiszugeben. Weitere Tipps gibt es im Internet auf www.polizei-beratung.de und in jedem Polizeirevier.  

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