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Der Prignitzer

21. November 2017 | 11:33 Uhr

Perleberg : Die Feuerwehr muss warten

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Ankunft des Baulastträger wird für die Kameraden zu einer Geduldsprobe / Einsatzleiter fordert Gesetzgeber zu Konsequenzen auf

von
erstellt am 26.Mai.2015 | 21:00 Uhr

Knapp 30 Minuten hatte die Feuerwehr Perleberg gebraucht, um die B 5 von einer Dieselspur zu reinigen. Doch im Einsatz blieben die Kameraden fast zwei Stunden. Sie mussten warten, bis der Landesbetrieb kam und die Straße wieder für den Verkehr freigab. Die freiwilligen Kameraden sind gefrustet, die Autofahrer waren genervt. Das ist die Bilanz eines Routineeinsatzes am vergangenen Freitag.

16.19 Uhr ging der Alarm bei der Feuerwehr ein. Die Dieselspur befand sich auf der B 5, Ampelkreuzung Quitzow. „Wir waren relativ schnell fertig, aber nur der Baulastträger, in diesem Fall der Landesbetrieb Straßenwesen, oder in Ausnahmen die Polizei, dürfen die Straße freigeben“, sagt Stadtwehrführer Thomas Gäde.

Der Reiseverkehr vor dem Pfingstwochenende staute sich. „Erst sperrten wir die Kreuzung ganz, dann öffneten wir eine Spur“, so Gäde. Doch regeln dürfen die Kameraden den Verkehr nicht. Kraftfahrer müssen sich in so einem Fall selbst verständigen. Das gelang am Freitag nicht allen. „Manche haben durch ihr Verhalten einige unserer Kameraden gefährdet“, sagt Gäde.

Über die Leitstelle sei der Landesstraßenbetrieb verständigt worden, ebenfalls die Polizei. „17.02 Uhr wurde der Anruf registriert“, sagt Polizeisprecherin Dörte Röhrs. Da aber der Baulastträger informiert worden sei, fuhren die Beamten zunächst nicht an den Einsatzort. 17.18 Uhr war der Fall aus Polizeisicht beendet. Doch keine zehn Minuten später wurden die Beamten dennoch an den Einsatzort geschickt.

„Wir hatten mit einigen Kraftfahrern große Probleme. Sie hielten sich nicht an unsere Anweisungen, ignorierten teilweise die Fahrbahnsperrung“, sagt Thomas Gäde. Die Polizei sollte einschreiten. 17.27 Uhr fuhren die Beamte los.

Erst zur gleichen Zeit habe der Notruf die Bereitschaftskollegen des Landesstraßenbetriebes erreicht – eine Stunde nach dem Ausrücken der Wehr. Sie nehmen ihre Bereitschaft von zu Hause aus wahr, sind nicht in der Dienststelle, erklärt eine Sprecherin der Behörde.

Unmittelbar nach dem Anruf seien zwei Kollegen gestartet, hätten sich die notwendige Ausrüstung besorgt und seien gegen 18.15 Uhr am Einsatzort eingetroffen, knapp 45 Minuten nach ihrer Verständigung. Das sei ein angemessenes Zeitfenster, so die Sprecherin.

Thomas Gäde sieht das anders. Wenn die ehrenamtlichen Kameraden mehr als eine Stunde lang tatenlos warten müssen, sei das Zeitfenster zu groß. Das könne und sollte man nicht von Ehrenamtlern verlangen. Er werde mit Erich Schlotthauer, Sachbereichsleiter Brand- und Katastrophenschutz beim Landkreis, darüber sprechen.

„Ich wünsche mir eine politische Lösung“, sagt Gäde. Es sei nicht der erste Fall dieser Art in der Prignitz. Er fordert eine klare Regelung, wie der Straßenbaulastträger sicher zu erreichen ist und wie schnell er am Einsatzort einzutreffen hat. „Das geht aber nur über die Landespolitik, nur sie kann das verbindlich festlegen“, so Gäde.

 

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