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Der Prignitzer

16. Dezember 2017 | 15:50 Uhr

Tod im Wald : Die Esche ist verloren

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Pilz rottet ganze Art aus / Ministerium fördert den Waldumbau in Gadow

von
erstellt am 04.Sep.2014 | 08:00 Uhr

Im Forst Gadow sterben die Eschen. Dieser Prozess sei nicht zu stoppen, schon jetzt seien 90 von 95 Hektar unrettbar geschädigt, informiert das Landwirtschaftsministerium. Deshalb habe man sich entschieden, einen Waldumbau finanziell zu unterstützen. Davon profitiere beispielsweise der Forstbetrieb von Graf Albrecht von Wilamowitz-Moellendorff.

Durch das vor sechs Jahren begonnene und dann rasant fortgeschrittene Eschensterben sei ihm ein enormer wirtschaftlicher Schaden entstanden. Großflächig seien Eschen zwangsgeerntet worden. Gegen die Pilzkrankheit, deren Erreger vermutlich aus Asien stammt, gibt es kein Mittel. Fachleute des Landesbetriebs Forst Brandenburg befürchten sogar, dass es aufgrund dieser Erkrankung bald keine zielgerichtete Bewirtschaftung von Eschen mehr geben wird. Sie raten sogar ab, Eschen nachzupflanzen.

Wilamowitz-Moellendorff füllt die entstandenen Lücken vor allem mit Erlen, Buchen, Linden, Stieleichen und Ulmen sowie der heimischen Vogelkirsche. Erlen haben den Vorteil, dass sie nicht eingezäunt werden müssen, da sie wenig schmackhaft für Wild sind und so kaum dem Verbiss anheimfallen, erklärt der Waldbesitzer. Die weiteren Neupflanzungen wurden mit Zaun gesichert.

Alle Jungpflanzen werden regelmäßig gepflegt, damit sie gut wachsen. Dazu zählt das Mähen von Gras und Zurückschneiden der amerikanischen Traubenkirsche. Mittlerweile sind im Forst Gadow auf 90 Hektar insgesamt rund 256 000 Jungbäume gesetzt worden.

An anderer Stelle bezieht Albrecht von Wilamowitz-Moellendorff auch ausländische Baumarten wie Douglasie und Küstentanne in seine waldbaulichen Überlegungen ein. Nach allen Erfahrungen hielten diese Naturereignissen bislang ausgezeichnet stand, laute sein Fazit.

Das Ministerium honoriere dieses Bemühen und habe sich für eine Förderung entschieden. Auf 2,44 Hektar sind mit Hilfe des Europäischen Landwirtschaftsfonds die Bodenbearbeitung, der Zaunbau und die Kulturvorbereitung, das Pflanzgut sowie die Pflanzarbeit von rund 12 000 Jungpflanzen gefördert worden, teilt die Ministerumssprecherin mit. Die Fördermittel für den Umbau der geschädigten Eschenbestände im Forst Gadow betragen insgesamt 12 882 Euro.

„Mir geht es darum, die Vielfalt im Wald zu erhalten“, so Wilamowitz-Moellendorff. Das Förderprogramm sei dabei eine sehr gute Hife. „Für Waldbesitzer ist es wichtig, das dieses fortgesetzt wird“, sagt er.


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