Die Einbruchsserie hält an

Bei den Polizeirevieren in Pritzwalk, Wittenberge sowie Perleberg sinkt die Aufklärungsquote bei den Wohnungseinbrüchen. dpa
Bei den Polizeirevieren in Pritzwalk, Wittenberge sowie Perleberg sinkt die Aufklärungsquote bei den Wohnungseinbrüchen. dpa

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30. Januar 2013, 06:32 Uhr

Prignitz | Die Einbruchsserie in Wittenberge reißt nicht ab. Montag konnte zwar ein Einbruch im Kastanienweg verhindert werden, aber Dienstag traf es ein Haus im Lilienweg. Ein Fährtenhund nahm eine Spur auf, die sich laut Polizei jedoch wieder verlor. Wittenberger sind zunehmend besorgt. Weder zu den Einbrüchen noch zu den vier Überfällen auf Frauen und auch nicht zu dem brutalen Raubüberfall auf ein Ehepaar kann die Polizei Ermittlungserfolge vermelden. Insgesamt nehmen die Wohnungseinbrüche zu. Zugleich sinkt die Aufklärungsquote der Polizei. Eine Mixtur, die nicht zur Beruhigung geeignet erscheint.

Die Kriminalität sinkt, sagt Peter Schröder, Leiter der Polizeiinspektion Perleberg. "Aber Wohnungseinbrüche nehmen in der Tat in ganz Brandenburg zu und bilden in der Prignitz einen Schwerpunkt". Jüngste Zahlen darf er vor der offiziellen Statistik des Ministeriums nicht nennen, aber nach Recherchen unserer Redaktion gab es allein seit November mindestens 20 Einbrüche in Perleberg und Wittenberge.

Die Prignitzer Beamten seien sensibilisiert und würden reagieren. "Wir verteilen zum Beispiel Handzettel, informieren über die erhöhte Gefahr und sagen, was im Ernstfall zu tun ist", sagt Peter Schröder. Die Bürger seien aufgefordert, verstärkt auf ihr Wohnumfeld zu achten. Fremde Fahrzeuge oder Personen, die auffallend sind bzw. Fremde, die unter einem scheinbaren Vorwand klingeln, sollten der Polizei gemeldet werden. "Lieber einmal mehr anrufen", rät Schröder. Datum, Uhrzeit, Kennzeichen des Autos seien wichtige Informationen, die die Polizei überprüfen würde.

Sollte es zu einem Einbruch gekommen sein, ist sofort die Polizei zu verständigen. Ganz wichtig: "Bitte nichts in der Wohnung verändern, keinesfalls sauber machen oder selbst durchlaufen. Dadurch werden Spuren zerstört, die für uns sehr wichtig sein können", so Schröder. Damit es gar nicht erst zu einem Einbruch kommt, sollten Sicherheitsstandards eingehalten werden.

So seien Haustüren grundsätzlich zu verschließen, auch wenn man nur kurz in den Garten oder zum Nachbarn gehe. Schlüssel sollten nicht draußen versteckt werden, Türen und Fester müssen gut gesichert sein. Da Täter oft nur in den Flur eindringen, sollten dort keine Wertsachen aufbewahrt werden, also keine Brieftaschen im Garderobenbereich, nennt Schröder ein Beispiel.

Seine Kollegen Peter Habedank und Jörg Seifert sind speziell für Prävention zuständig und helfen bei Fragen gern weiter. Im vergangenen Jahr erreichten sie 14 spezielle Fragen zu Eigenheimen. "Sie gehen auf Wunsch auch zu den Bürgern, schauen sich deren Wohnung oder Haus an und geben Tipps", erklärt der Polizeichef. Zu erreichen sind sie telefonisch unter 03876/71510-81/-82.

Zu den Überfällen auf Frauen möchte Peter Schröder keine weiteren Details nennen. Bei den Ermittlungen gebe es bisher keinen Durchbruch. Ob und welche polizeilichen Maßnahmen stattfinden, könne er ebenfalls aus ermittlungstaktischen Gründen nicht kommentieren.

Dass mit der Polizeireform die Präsenz der Beamten abgenommen habe, stimme nicht, erklärt Schröder. Das Revier in Wittenberge wurde nicht geschlossen, ist rund um die Uhr besetzt. In allen drei Revierbereichen sei mindestens jeweils ein Streifenwagen rund um die Uhr im Einsatz. Hinzu komme die Verkehrspolizei mit ihrem Auto, die Wasserschutzpolizei, welche gerade in den Wintermonaten vor allem im Stadtbereich Wittenberge und nicht auf der Elbe im Einsatz sei. Auch die Zahl der Revierpolizisten wurde laut Schröder nicht verringert. In Wittenberge sind es vier.

Aber die Statistik der Polizei zeigt bei der Aufklärungsquote von Tageswohnungs-Einbrüchen einen Rückgang. Im Revier Perleberg betrug sie 2010 noch 22,2 Prozent, 2011 nur noch 7,7 Prozent und im ersten Halbjahr 2012 konnte von drei Fällen keiner aufgeklärt werden. Identisch ist es im Revier Pritzwalk. Die Aufklärungsquote sank von 44,4 über 33,3 auf null Prozent. In Wittenberge schwankt die Quote, ist aber generell schlecht: 11,1 Prozent in 2010, im Jahr darauf waren es 36,4 und bis Juni 2012 nur 14,3 Prozent oder anders ausgedrückt: einer von sieben Fällen konnte aufgeklärt werden.

Besser, aber ohne eindeutige Tendenz stellt sich die Statistik bei Diebstählen aus Wohnungen dar. Hier liegt die Quote zwischen 23 und fast 90 Prozent. Beispielsweise konnten in Perleberg im ersten Halbjahr 2012 acht von neun einfachen Diebstählen aufgeklärt werden. Bei schweren Diebstählen hingegen gelang das nicht. Von 20 Fällen wurde kein einziger gelöst.

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