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Stadt-Umland-Wettbewerb : Die eigentliche Arbeit geht erst los

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Auch der östliche Teil der Landkreises und der Wittstocker Raum profitieren stark von EU-Mitteln

von
erstellt am 01.Okt.2015 | 08:00 Uhr

Die Prignitz ist der große Sieger im ersten „Stadt-Umland-Wettbewerb“ der Landesregierung (wir berichteten). Während an der „Familienfreundlichen Region Westprignitz“ die Kommunen Wittenberge, Perleberg, Karstädt, Bad Wilsnack, Lenzen, Plattenburg und das Landesumweltamt beteiligt sind, ist das Projekt „Leben im ländlichen Raum“ von den Städten Pritzwalk und Wittstock sowie den Gemeinden Groß Pankow, Heiligengrabe, Meyenburg, Putlitz-Berge und dem Verein Wachstumskern „Autobahndreieck Wittstock Dosse“ eingereicht worden. Beide Projekte erhalten jeweils rund zehn Millionen Euro.

„Die eigentliche Arbeit liegt nun aber erst vor uns“, sagt Dr. Ronald Thiel, Vizebürgermeister von Pritzwalk. Nicht alle auf der Agenda stehenden Vorhaben können umgesetzt werden. Man müsse eine „Maßnahmekritik“ betreiben, sich selbst eine innere Ordnung geben, die Haushaltspläne der Kommunen checken, denn die genaue Förderquote für Vorhaben sei noch nicht klar. Die Beteiligten müssten sich auf Eigenanteile einstellen.

In einem Kooperations-Rat seien auf jeden Fall die Hauptverwaltungsbeamten mit im Boot, zu den Ratssitzungen sollen die Vorsitzenden der Parlamente hinzugezogen werden. Bereits im November, so die Zeitschiene, soll ein Maßnahmekatalog vorliegen, der dann auch noch einmal in den Parlamenten diskutiert werden müsse, so Thiel.

„Das Prozedere soll so transparent wie möglich ablaufen“, betont Pritzwalks stellvertretender Bürgermeister. Konkrete Projekte, die von der Förderung profitieren, will und kann Thiel noch nicht benennen – eines aber schon: „Für uns steht die Kleinbahn Pollo mit ganz oben“, sagte er im Gespräch mit dem „Prignitzer“.

Allein die Gemeinde Groß Pankow (Prignitz) hat Vorhaben im Wert von rund 1,5 Millionen Euro für „Leben im ländlichen Raum“ benannt. Dazu zählt beispielsweise die weitere Aufwertung des Königsgrabes Seddin. In einem nächsten Bauabschnitt soll Seddin über den so genannten Stadtweg angebunden werden, sollen weitere archäologische Funde dargestellt werden bis hin zu einer künstlichen Nachbildung des Grabhügels in seinen einstigen Ausmaßen.

Doch auch die energetische Sanierung der Turnhallen in Baek und Groß Pankow gehört dazu, ebenso der Straßenbau in Heidelberg oder zwischen Horst und Wolfshagen sowie die neue Beleuchtung in Dannhof.

Ein größeres Projekt ist – wie schon erwähnt – mit dem Pollo in Lindenberg verbunden. Hier soll es nicht nur eine Streckenerweiterung in Richtung Bullen- und Kuhsdorf geben, sondern sind auch Sanitäranlagen im Lindenberger Kleinbahnmuseum, Bahnsteigerweiterungen und manches mehr vorgesehen – und das gemeinsam mit der Stadt Pritzwalk.

Erweitert werden soll auch das touristische Angebot der Sommerrodelbahn in Groß Woltersdorf. Sie soll eine Tunnelrutschbahn für Kleinstkinder erhalten, damit auch die Jüngsten hier aktiven Spaß haben können. Die Waldbühne im Groß Woltersdorfer Waldlehrpark ist nicht nur zu den Prignitzer Märchentagen ein beliebter Auftrittsort. Um noch mehr Zuschauern Platz zu bieten, sollen die Sitzreihen erweitert werden – so die Vorstellungen der Gemeinde und des Wahrberge-Vereins als Träger.

Ein ungewöhnliches Projekt ist die Raumschießanlage, die das Land Brandenburg dem Jagdverband Pritzwalk e. V. mit einer 90-prozentigen Förderung zur Verfügung stellt. Diese transportable Anlage soll dauerhaft installiert werden. Die Pritzwalker Jägerschaft wandte sich deshalb an den Wahrberge-Verein. Der ist bereit, dafür Platz, also einen entsprechenden Raum in der Scheune hinter der Vereinsgaststätte „Hexe“, zu schaffen. „Für uns ist das ein interessantes Projekt, denn diese große 3D-taugliche Leinwand wird dann sicher nicht nur von Prignitzern, sondern auch vielen auswärtigen Jägern genutzt“, macht Halldor Lugowski, Vorsitzender des Wahrberge-Vereins, deutlich.

Insgesamt umfasst das Projekt „Leben im ländlichen Raum“ Maßnahmen in einem Investitionsumfang von 40 Millionen Euro. Dass im Vergleich dazu „nur“ rund zehn Millionen Euro an EU-Mitteln fließen sollen, sei dennoch als Erfolg zu werten, so Dr. Ronald Thiel, und zwar für den gesamten Nordwesten Brandenburgs.

Denn, in der ersten Runde des Wettbewerbs hatten insgesamt zwölf Kommunen Beiträge eingereicht. Vier davon werden nun mit 53 Millionen Euro gefördert. Davon entfallen allein auf die Prignitz und ein Projekt aus dem benachbarten Ruppiner Land insgesamt rund 34 Millionen Euro. Die im Topf verbliebenen 160 Millionen werden in einer zweiten Runde, deren Einsendeschluss der 31. Oktober ist, an weitere Kommunen verteilt.  
 

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