MELA Glöwen : Die eigene Jugend ausbilden

Geschäftsführer Hans-Detlef Jung erklärt Minister Christian Görke die Funktionsweise der Stanz-Nibbel-Maschine.
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Geschäftsführer Hans-Detlef Jung erklärt Minister Christian Görke die Funktionsweise der Stanz-Nibbel-Maschine.

Finanzminister Christian Görke zu Besuch bei der MELA Metallbau und Landtechnik GmbH Glöwen

svz.de von
01. September 2017, 09:35 Uhr

„Der Minister hat Wort gehalten“, freut sich Hans-Detlef Jung, Geschäftsführer der MELA Metallbau und Landtechnik GmbH. Als sich der Unternehmer und Finanzminister beim IHK-Sommerfest kennenlernen, verspricht Christian Görke sich einmal den Betrieb anzusehen. Und nun ist er da.

Er zeigt sich beeindruckt, dass es im ländlichen Raum einen Betrieb mit über 50 Mitarbeitern und drei Auszubildenden gibt. Beim Betriebsrundgang ist auch Marco Kuhrt dabei. Er wird im Januar die Geschäftsführung übernehmen. Das Glöwener Unternehmen hat in den vergangenen Jahren über 7,5 Millionen Euro investiert. Wo Förderungen möglich waren, beteiligte sich das Land mit bis zu 25 Prozent. Somit kamen 2,4 Millionen vom Land. „Gut angelegtes Geld“, stellte Christian Görke fest.

Die MELA ist schwerpunktmäßig in der Kommunaltechnik und der Innenmechanisierung tätig. „Das größte Klientel sind die Landwirte“, so Marco Kuhrt. Aber auch die Bühne der Elblandfestspiele kommt aus dem Glöwener Unternehmen, wie Hans-Detlef Jung ergänzt. „Spezielle Einzelleistungen sind unter anderem unser Metier“, meint er zum Minister.

Wenn er schon einmal einen Minister im Haus hat, dann will er auch Probleme ansprechen. Es sei nicht leicht, Azubis zu bekommen, berichtet er. „Wir wollen Auszubildende aus der Region haben, die dann auch bei uns bleiben“, so Hans-Detlef Jung. „Wenn die Oberschule Glöwen geschlossen wird, keine Ausnahmegenehmigung mehr bekommt, dann sieht es bitter für uns aus“, macht er deutlich. Minister Görke weiß um die Bedeutung von Schulen als „weicher Standortfaktor“. Er sei zwar kein Bildungsminister, sehe aber lieber Lehrer als Schüler pendeln. „Die Schulträger müssen sich hier rechtzeitig aufstellen“, so Christian Görke.

Ein Problem für die Metallbau und Landtechnik GmbH sind die Energiepreise. 160 000 Euro zahlt das Unternehmen jährlich. Durch die hohen Netzpreise muss Hans-Detlef Jung bis zu 40 000 Euro mehr zahlen als ein Unternehmen in den alten Bundesländern. „Das ist eindeutig Wettbewerbsverzerrung“, sagt er. Hier unterstützt das Land Brandenburg eine Bundesratsinitiative, sodass sich Christian Görke baldige Veränderungen und somit auch Erleichterung für die Brandenburger Wirtschaft und die privaten Haushalte erhofft.

Hans-Detlef Jung sprach gegenüber dem Minister auch das Problem der GEZ-Gebühren an: „Unsere Gebühren werden nach Beschäftigten und Anzahl der Fahrzeuge berechnet.“ Dazu verspricht der Minister eine schriftliche Antwort.

Mitgenommen hat Görke auch die Probleme mit der fehlenden bzw. wieder gestrichenen Nachtverbindung der Bahn nach Berlin und die fehlenden Ärzte auf dem Lande. Er wird die Themen im Auge behalten, auch wenn er hier den Prignitzern wenig Hoffnung auf Veränderung macht.

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