Hygiene im Fokus : Die Black-Box lügt nicht

Die Black-Box zeigt genau die nicht gründliche desinfizierten Teile der Hände (helle Flecken). Fotos: Birgit Hamann
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Die Black-Box zeigt genau die nicht gründliche desinfizierten Teile der Hände (helle Flecken). Fotos: Birgit Hamann

Gesundheitsakademie der KMG bietet erstmals Kurs für Hygienebeauftragte in der Pflege an

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21. März 2014, 08:00 Uhr

Nicht nur vor dem Hintergrund der immer wieder aufflammenden Diskussionen um die Gefahr von Krankenhauskeimen ist Klinik-Hygiene ein überlebenswichtiges Thema. Das diesbezügliche Bewusstsein hat sich mit den Jahren verändert. Mittlerweile verfügen zum Beispiel alle Bundesländer medizinische Hygieneverordnungen.

Das war nicht immer so, weiß auch Jana Dorne, leitende Hygienefachkraft der Akutkrankenhäuser im Verbund der KMG-Kliniken. Die Gesundheitsakademie der KMG bot jetzt erstmals einen speziellen Hygienekurs an – nicht nur für Mitarbeiter der eigenen Einrichtungen, sondern auch darüber hinaus. „Die Teilnehmer kommen unter anderem von ambulanten Hauskrankenpflegediensten, aus Seniorenheimen, Reha-Einrichtungen und Krankenhäusern, die nicht zur KMG gehören“, umreißt sie die Zusammensetzung des Kurses, der am Pritzwalker Krankenhaus unterrichtet wurde. Jana Dornes „Schüler“ – gestandene Pflegekräfte – haben anschließend als Hygienebeauftragte die Aufgabe, das Gelernte in ihren jeweiligen Arbeitsalltag und das Umfeld zu implementieren. Zudem werden sie künftig leitenden Hygienefachkräften in ihren jeweiligen Einrichtungen ein fundiertes Feedback geben können.

Vermittelt wurden in dem Kurs u. a. die fachkundige Erarbeitung eines Hygieneplanes, Rechtsgrundlagen sowie praktische Fertigkeiten. Dabei wurde am Dummy geübt, und die so genannten Black-Box kam zum Einsatz. Sie zeigt, wenn man die desinfizierten Hände darunter legt, unmissverständlich, wie gründlich die Desinfektion erfolgte und an welchen Stellen man die Handhygiene verbessern muss. Auch ein Besuch in der Zentralsterilisation der Klinik gehörte zum Unterrichtsprogramm.

Jana Dorne ist bereits seit rund zehn Jahren in der Hygiene aktiv, absolvierte eine mehrjährige Fortbildung an der Charité in Berlin. Zuvor arbeitete sie 16 Jahre als Schwester im OP im Kyritzer Krankenhaus. Seit langem beobachtet sie, wie das Thema zunehmend in den Mittelpunkt des Interesses der Bevölkerung rückt. „Hygiene in der Arbeit am Patienten ist elementar und wird immer wichtiger. Schließlich möchten wir Infektionen, die im Zusammenhang mit medizinischen Behandlungen auftreten, möglichst vermeiden“, unterstreicht die Expertin. Mit Prävention könne man da sehr viel erreichen.


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