Leerstand : Die Biberburg in Wootz steht weiter leer

Ein Bild aus besseren Tagen: 2010 freuten sich Kinder und Erzieher über die von Bernd Streiter (r.) bemalte Fassade mit der Biberburg.
Ein Bild aus besseren Tagen: 2010 freuten sich Kinder und Erzieher über die von Bernd Streiter (r.) bemalte Fassade mit der Biberburg.

Gemeinde Lenzerwische ist auf der Suche nach Mieter für die unbenutzte Kindertagesstätte

von
20. November 2015, 18:00 Uhr

Der ganze Stolz der Lenzerwische, die Kindertagesstätte „Biberburg“ in Wootz, steht seit dem 31. August leer. Nach über 25 Jahren, davon die letzten acht in privater Trägerschaft, war das Aus der Kita auf Grund der gesunkenen Kinderzahlen in den Dörfern der Umgebung unabwendbar. Damit existieren im gesamten Amtsgebiet der Lenzener Elbtalaue nur noch vier Kindertagesstätten. Zwei in Lenzen sowie jeweils eine in Lanz und Cumlosen.

Für Klaus Borrmann, Bürgermeister der Lenzerwische, ist die Schließung der „Biberburg“ nach wie vor „ein wirklich herber Verlust. Wir bedauern das zutiefst, respektieren aber die Entscheidung der beiden Frauen.“ Ohne die Kita gehe der Wische ein weiteres Stück sozialer Zusammenhalt verloren. Zuletzt betreuten Irmtraut Mewes und Ines Hahnefeld nur noch neun Mädchen und Jungen, zumeist ganztägig. Das war viel zu wenig für diese Einrichtung mit einer Kapazität von rund 20 Plätzen.

Irmtraut Mewes war schon dabei, als die Wootzer Kita 1989 eingeweiht wurde. Und als die Gemeinde als damaliger Betreiber die Bewirtschaftung des Kindergartens im Jahr 2008 aus Kostengründen aufgeben musste, wechselten Irmtraut Mewes und Ines Hahnefeld in die Selbstständigkeit, übernahmen die Kita in Eigenregie, und bewahrten die Einrichtung damit vor der Schließung. Während „Traudi“, wie Irmtraut Mewes liebevoll genannt wurde, nach 45 arbeitsreichen Jahren in der Kinderbetreuung in den wohlverdienten Ruhestand gegangen ist, hat Ines Hahnefeld eine neue Anstellung in einem Kinderheim gefunden.

Genaue Pläne für die Nutzung der fünf Räume mit Sanitärtrakt im Wootzer Dorfgemeinschaftshaus gibt es nach Angaben des Bürgermeisters noch nicht. „Wir sind noch am Suchen“, sagt Klaus Borrmann und macht potenziellen Interessenten für die leer stehenden Räumlichkeiten Mut. „Falls jemand Interesse zeigt, machen wir sofort wieder auf. Wir werden jeden neuen Betreiber des Kindergartens genauso unterstützen, wie wir es in den letzten Jahren auch für Irmtraut Mewes und Ines Hahnefeld getan haben.“ Die Gemeinde stellte die Räumlichkeit kostenlos zur Verfügung und übernahm auch die Betriebskosten.

Aber auch für gewerbliche Nutzer hat die Gemeinde ein offenes Ohr. „Ob für Künstler oder vielleicht für ein Architektenbüro, Interessenten würden wir die Räume zu einer sehr moderaten Miete überlassen“, wirbt Borrmann um Nachmieter.

Ganz leer stehen werden die Räumlichkeiten – zumindest in den Wintermonaten - aber nicht. Ein Gastronom hat laut Bürgermeister bereits angefragt, ob er sein Mobiliar nicht vorübergehend in der Einrichtung unterstellen könnte.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen