Rettungshundestaffel : Die besten Nasen der Prignitz

Das Foto zeigt eindrucksvoll, dass die Größe eines Hundes nicht ausschlaggebend sein muss: Michael Knauf mit Elfi, Julia Eisenhuth mit Patch, Patricia Stark mit Aura und Jennifer Nikolaizig mit Lou (v. l.).
Das Foto zeigt eindrucksvoll, dass die Größe eines Hundes nicht ausschlaggebend sein muss: Michael Knauf mit Elfi, Julia Eisenhuth mit Patch, Patricia Stark mit Aura und Jennifer Nikolaizig mit Lou (v. l.).

„Prignitzer“ besucht Training der Vier- und Zweibeiner/ Drei Tiere sind einsatzbereit, die anderen noch in der Ausbildung

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20. September 2015, 12:00 Uhr

Sie sind die einzige Rettungshundestaffel im Nordwesten Brandenburgs. Auch die Polizei aus Sachsen-Anhalt ruft bei ihnen an, wenn Suchhunde benötigt werden. Ihre Einheit ist Mitglied der Feuerwehr Wittenberge und sucht weiter Mitglieder. Wir treffen die Kameraden und ihre Tiere bei einem Lehrgang.

Wer meint, nur Schäferhunde zu sehen, irrt gewaltig. „Die Hunderasse ist relativ egal, eine Schulterhöhe von 35 Zentimetern reicht schon aus“, sagt Staffelleiterin Patricia Stark. 40 wären vielleicht besser, aber das zeige sich im Endeffekt erst in der Ausbildung.

„Mein Hund braucht viel Bewegung“, sagt Julia Eisenhuth. Patricia habe ihr den Malinois, einen belgischen Schäferhund, empfohlen. Vielleicht habe sie ja schon dabei den Hintergedanken gehegt, beide in die Staffel zu locken. „Egal wie, es hat funktioniert und mir macht es Spaß“, so Julia Eisenhuth.

An Auslauf mangelt es den Hunden heute nicht. Im Wald bei Bentwisch trainieren die Tiere die Fährtensuche, am Nachmittag steht eine Uferrandsuche an der Elbe bei Cumlosen auf dem Plan. Erste Hilfe und Knotenkunde müssen die Herrchen und Frauchen üben. Mensch und Tier – jeder hat seine speziellen Aufgaben.

Patricias Hund Aura ist erst 18 Monate alt, seit Juni in der Ausbildung. Für eine Prüfung ist es noch zu früh. Im nächsten Frühjahr soll es so weit sein. Bis dahin stehen jeweils freitags und sonntags Trainingszeiten an. „Dazu kommen tägliche Übungen, Konditionstraining, Gehorsam, Unterordnung“, erzählt die junge Frau. Das sei nicht wenig, aber sie sieht es positiv: „So kommt man selbst auch raus.“

Aktuell sind in der Staffel drei Hunde einsatzfähig. Zwei haben ihre Ausbildung für Flächeneinsätze absolviert, Patricias Stark Hund hat die Prüfung zum Mantrailer bestanden. In der Fläche geht es um Fährtenarbeit, Mantrailer können auch in Gebäuden und auf bebauten Flächen eingesetzt werden. Sie unterscheiden verschiedene menschliche Gerüche voneinander.

„Bei Salzwedel hatte ich einen Einsatz, die Polizei fuhr uns sogar mit Blaulicht, weil es ganz schnell gehen sollte“, sagt Patricia Stark. Andere Einsätze seien abgebrochen worden, weil die vermissten Personen zwischenzeitlich gefunden worden waren. Zuständig ist die Wittenberger Staffel für die Landkreise Prignitz, Ostprignitz und Havelland. Zwar gebe es auch in Wittstock und dem Havelland Hundestaffeln, aber einen Mantrailer nur in Wittenberge.

Die junge Staffel sucht Verstärkung, nicht nur Tierhalter, sondern auch Helfer ohne eigenen Hund. „Wir übernehmen die Arbeit am Funkgerät, tragen die Ausrüstung, sperren das Suchgebiet ab und versorgen die Tiere mit Wasser“, erklärt Michael Knauf. Die Hundeführer sollen sich ganz auf ihre wichtige Arbeit konzentrieren dürfen.

Gesucht werden stets Übungsflächen, vor allem im Privatwald. „Dafür brauchen wir die Zustimmung des Jagdpächters, da Hunde per Gesetz generell an der Leine zu führen sind“, so Stark. Für das letzte große Training danken sie der Familie Müller, die bei Bentwisch Flächen zur Verfügung gestellt hatte. 

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