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Der Prignitzer

19. November 2017 | 21:01 Uhr

Die Awo trennt sich von Rainer Greve

vom

svz.de von
erstellt am 28.Mär.2012 | 05:42 Uhr

Rainer Greve wird nicht länger Geschäftsführer der Awo Prignitz sein. Awo und Greve trennen sich im gegenseitigen Einvernehmen, bestätigt Gisela Köster gestern unserer Zeitung auf Nachfrage. Ab 1. April wird die bisherige Stellvertreterin und Verwaltungsleiterin kommissarisch die Geschäftsführung übernehmen. Die Entscheidung dazu ist Dienstagabend auf einer Sitzung des Awo-Kreisausschusses gefallen.

Damit zieht die Awo die Konsequenz aus der IM-Tätigkeit Greves. Dieser hatte Mitte der 80er Jahre als Inoffizieller Mitarbeiter für die Staatssicherheit gearbeitet. Das am vergangenen Freitag vorgestellte Gutachten für die Enquete-Kommission des Landtags Brandenburg lieferte dafür Beweise und Quellen. Unter anderem hatte Greve als IM „Tomas“ Informationen über den Pritzwalker Pfarrer Ulrich Preuß an die Stasi weitergegeben.

In einer schriftlichen Stellungnahme in unserer Zeitung entschuldigte sich Greve öffentlich. Ihm sei nicht bewusst gewesen, eine mündliche Verpflichtung zur inoffiziellen Tätigkeit für das MfS abgegeben zu haben bzw. als IM tätig gewesen zu sein. Er habe erste Opfergespräche geführt, wolle diese weiter führen und selbst Akteneinsicht beantragen.

Greve war zuvor stellvertretender Bürgermeister der Stadt Pritzwalk gewesen. Die Geschäftsführung der Awo hatte er erst vor vier Wochen am 1. März übernommen. Er trat die Nachfolge von Wolfgang Schulz an. Der hatte nach Bekanntwerden von Greves IM-Geschichte relativiert und gesagt, dass vor möglichen Konsequenzen der Fall erst genau geprüft werden müsse. Zeitgleich kämpft Wolfgang Schulz als SPD-Fraktionschef seit Monaten gegen Bürgermeister Fred Fischer, dessen Zusammenarbeit mit der Stasi bei einer Überprüfung der Stadtverordneten dokumentiert wurde. Seitdem streitet das Parlament über Konsequenzen und darüber, ob Fischers Zusammenarbeit mit der Stasi enger war, als er es zuvor selbst eingeräumt hatte.

Die Geschäftsführung der Awo soll neu ausgeschrieben werden, informiert Gisela Köster. Über die Modalitäten müsse der Vorstand entscheiden. Greve hatte sich unter elf Kandidaten durchgesetzt.

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