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Rekord-Baum in Hoppenrade : Deutschlands dickste Buche

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Baum-Champion wurde von der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft gekürt. Er steht im Landschaftspark Hoppenrade nahe der CJD-Einrichtung

svz.de von
erstellt am 26.Apr.2016 | 07:00 Uhr

Die dickste Buche Deutschlands steht im historischen Landschaftspark in Hoppenrade in der Gemeinde Plattenburg. Die Rekordbäume zu ermitteln, ist eine Gemeinschaftsinitiative der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft (DDG) und der Gesellschaft Deutsches Arboretum (GDA).

Seit Jahr 2009 erfolgt eine systematische Erfassung, Vermessung und Dokumentation von Rekordbäumen in Deutschland. Dabei werden einheimische wie nicht einheimische Arten und auch Sorten (Kultivare) auf Bundes- und Landesebene erfasst und vermessen. Kriterium ist der Stammumfang in 1,30 Meter Höhe, der im Gegensatz zu Baumhöhe und Baumalter leicht zu ermitteln ist. Das Besondere an der Buche im Hoppenrader Landschaftspark ist, dass der Baum eigentlich aus mehreren Stämmen besteht, die sich im Laufe der Zeit aber so eng aneinander geschmiegt haben, sie miteinander verwachsen sind und so eine biologische Einheit bilden.

Wie alt die „Kletterbuche“ im Landschaftspark Hoppenrade wirklich ist, vermag niemand wirklich zu sagen. „Wir gehen davon aus, dass die Buche um 1840 gepflanzt wurde, als der Landschaftspark angelegt wurde“, sagt Lutz Thiele vom Förderverein Landschaftspark Hoppenrade. Prof. Dr. Peter Schmidt von der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft erklärte, dass man seit 2009 in jedem Jahr einen Baumchampion in Deutschland küre. Um eine einheitliche Bewertung vornehmen zu können, habe man sich darauf verständigt, nicht die Höhe oder ein geschätztes Alter der Bäume als Maßstab zu nehmen, sondern den Stammumfang. „Auch wenn es sich hier dem Anschein nach um mehrere Stämme handelt, passt da jedoch kein Blatt Papier mehr zwischen, es gibt keine Ritzen und keinen Spalt, so dass der Baum als eine biologische Einheit betrachtet werden kann und so die dickste Buche Deutschlands ist.“ Ein Schild in der Nähe der Buche die sich direkt hinter dem ehemaligen Gutshaus befindet, weist nun auf diese Auszeichnung hin.

Buchen hatten eine große Bedeutung in Deutschland, erklärt Peter Schmidt. Sie sind sehr schattenresistent, wachsen auf feuchten wie auf trockenen Böden und bilden ein hochwertiges Holz aus. Buchen haben die Entwicklung des „Buches“ maßgeblich beeinflusst, wurden zu hochwertiger Holzkohle verarbeitet und sind ein sehr gutes Möbelholz. In den letzten Jahren hat man sich der Buche verstärkt wieder zugewandt und pflanzt sie in den Monokulturen mit Kiefern und Fichten verstärkt.

Die dickste Buche Deutschlands steht direkt hinter dem ehemaligen Gutshaus, das seit Jahren durch das CJD Prignitz als Schule und Wohnheim genutzt wird. „Wir freuen uns natürlich über diese Ehrung, denn der Baum gehört zum größten Schulgarten, den man sich denken kann. Wir bewegen uns viel mit den Schülern im Landschaftspark und haben weite Teile auch in Pflege übernommen.“, sagt Jörg Stricker vom CJD Prignitz. Im Übrigen braucht es acht Erwachsene, um den Baum einmal mit den Armen zu umschlingen.

 

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