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Wolf als Politikum : Der Wolf gehört in den Bundestag

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Abgeordnete Kirsten Tackmann fordert einheitliche Regeln im Umgang mit den geschützten Tieren

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erstellt am 23.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Für die Bundestagsabgeordnete Kirsten Tackmann (Die Linke) gehört das Thema Wolf und der Umgang mit dem geschützten Tier auf die Agenda des Bundestags. „Wir brauchen eine deutschlandweite Strategie“, sagt sie im Gespräch mit unserer Redaktion.

Die Lösungsansätze und das unterschiedliche Herangehen der betroffenen Bundesländer sei weder sinnvoll noch hilfreich, begründet sie ihre Forderung. Der Wolf halte sich nicht an Ländergrenzen und mittlerweile gebe es einen „Wust an Verordnungen“.

Kirsten Tackmann steht weder auf Seiten des Wolfes noch auf der seiner Gegner und Kritiker. „Wir dürfen den Wolf nicht unterschätzen“, sagt sie und geht damit auf Tierhalter zu. Das dürfte bei Prignitzer Landwirten auf offene Ohren stoßen. Ob Schäfermeister Marc Mennle, Agrargenossenschaft Karstädt oder private Kleinbauern – sie alle haben inzwischen Bekanntschaft mit dem Raubtier machen müssen. Seit etwa einem Jahr ist der Wolf in der Prignitz heimisch geworden. War er bis dahin nur auf dem Durchzug, gibt es seit dem vergangenen Sommer regelmäßig Sichtungen. Inzwischen ist die Prignitz offiziell als Wolfsgebiet durch die Behörden anerkannt. Jäger sprechen von ersten spürbaren Folgen in den Wäldern, so sei wie erwartet der Bestand an Mufflons stark rückläufig.

Mit jedem Riss werden die Forderungen nach Abschuss der Wölfe, nach klaren Regeln zur Entschädigung betroffener Tierhalter lauter. Vor allem der Bauernbund tritt damit in Erscheinung. Tackmann stimmt insofern zu, dass sie Regelungen insbesondere für die Weidetierhaltung fordert. „Landwirte, die sich für diese anerkannte Haltungsform entscheiden, dürfen wir nicht im Regen stehen lassen“, sagt sie.

Nicht nur im Ausland, sondern auch in Sachsen hätten sich Herdenschutzhunde als wirksames Mittel erwiesen. Es gebe Beispiele, dass Schafherden umgeben von mehreren Wolfsrudeln mit Herdenschutzhunden vor den Wölfen sicher seien.

Überhaupt werde das Thema in Sachsen „viel entspannter behandelt“, so Tackmann. Das Bundesland habe mehr und längere Erfahrungen mit den Wölfen. „Davon sollten andere Länder profitieren.“ Es sei nicht notwendig, dass jedes Bundesland eigene Wolfskompetenzzentren eröffnet. Das müsse der Bund in die Hand nehmen.

„Problemwölfe dürfen schon jetzt bundesweit geschossen werden“, sagt Kirsten Tackmann. Zum Beispiel wenn er mehrfach Hindernisse gezielt überwindet. Andere Vorfälle bedürfen einer Regelung. Was passiert bei einem Verkehrsunfall mit einem verletzten Wolf? „Egal ob Jäger oder Polizist: Wer ihn erschießt, würde sich nach jetzigem Recht strafbar machen.“

All diese einzelnen Punkte müssten aus ihrer Sicht auf Bundesebene angegangen und gelöst werden. Dabei sieht Kirsten Tackmann auch den finanziellen Aspekt. Sie sagt: „Für Lösungen wird mehr Geld erforderlich sein, als die Bundesländer zur Verfügung haben.“ Zwischen den Forderungen nach Abschuss der Tiere und ’Hände weg vom Wolf’ müsse ein Kompromiss gefunden werden. Beide Positionen seien extrem und nicht umsetzbar.
 

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